Das Grundgesetz – und was manche davon halten

Artikel 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Vorstehendes Zitat steht so im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, und das hat Verfassungsrang!
Leider ist festzuhalten, dass bei manchen diese Botschaft auch nach Jahrzehnten immer noch nicht angekommen ist. Wie anders wäre sonst zu erklären, was man in so mancher Ausschreibung zu Rennen liest?

Bald ist es Zeit für so löbliche Rennserien wie die MTB-Bundesliga, und da liest man in der zugehörigen Ausschreibung dann so nette Sachen wie: „Bitte übersenden Sie uns zusammen mit dem Akkreditierungsformular eine Kopie Ihres Presseausweises. Ohne diesen Beleg können wir Sie leider nicht akkreditieren!“ (MTB-Freudenstadt.de)
Anders ausgedrückt bedeutet diese Aussage, dass man dort erneut nur handverlesene Berichterstatter wünscht. Die freie und ungehinderte Berichterstattung wird unterbunden, weil in Deutschland eben nicht jeder, der ein Interesse hat, auch einen Presseausweis haben darf, sondern nur jene einen bekommen, die dem Deutschen Journalistenverband genehm sind! Die Agentur Skyder, die hierfür laut den dortigen Einlassungen verantwortlich zeichnet, hat wohl noch nichts davon gehört, dass andernorts bereits seit langem über nachlassendes öffentliches Interesse geklagt wird und andere Veranstalter froh sein dürfen, in der Lokalpresse überhaupt noch erwähnt zu werden? Ein Luxusproblem? Ganz und garnicht!

Vielmehr ist es ein schleichender Prozess, wenn man auf dem Hohen Roß sitzt und nicht merkt, wo der Zug hin fährt.
Die anderen Veranstalter der Bundesliga vermeiden großteils klare Aussagen dazu, es muss jedoch leider angenommen werden, dass sie zumeist genauso denken. Ein berichterstatterisches Engagement in diesem Sport wird damit für unabhängige Blogger zur sinnlosen Betätigung, zumal auch von anderen Rennen bekannt sein kann, wie sich das auswirkt. Heute veranstalten sie Bundesliga oder Weltpokal, morgen juckt es keinen mehr, sobald die großen Namen nicht mehr kommen.
Aber man stellt sich gerne in der Werbung hin und sagt „Ihr lieben Zuschauer, kommet und lasst euer Geld da!“
Wie, die lassen sich irgendwann auch nicht mehr veräppeln?
Dann dürft ihr aber auch nicht maulen, ihr habt es ja selbst so gewollt!
Moderne, zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit funktioniert eben nicht mit Methoden von 1980!