Radcross-DM Bensheim, der Sonntag

Sascha Weber und Marcel Meisen sind im Crosssport keine Unbekannten. Heute degradierten die beiden Profis erneut das gesamte restliche Feld zu Theaterstatisten und fuhren den Meistertitel mit großem Vorsprung zum Rest unter sich aus.

alter und neuer Meister: Marcel Meisen

Ins Ziel kamen von allen Gestarteten lediglich 15. Der Rest wurde von den Siegern überrundet und schied gemäß Reglement damit aus.

Ein „kleiner Fahrfehler“ entschied im letzten Drittel des Rennens über eine Stunde über das Ergebnis.  Der alte Meister ist also auch wieder der neue. Auf den weiteren Plätzen folgten Manuel Müller, Ben Zwiehoff und Max Lindenau.

Zuvor hatten mehrere tausend Zuschauer schon mehrere hervorragende Rennen gesehen. Der Tag begann mit dem Rennen der Masters 2, gefolgt von den Damen und den Junioren.

Die Masters verwechselten schon am Start den Radsport mit Kegeln, nur waren sie selbst die Kegel. Es kam zu einem Massensturz, der zum Glück ohne erhebliche Blessuren ausging, aber mehrere Fahrer zu Laufeinlagen gleich am Anfang zwang.

Sven Kuschla vom Gunsha-Racingteam ist nun mindestens ein Jahr lang Deutscher Meister, Vize wurde Stefan Danowski, gefolgt von Karsten Volkmann auf dem Bronzerang.

Bei den Frauen war es von Anfang an eine klare Entscheidung. Elisabeth Brandau ließ nichts anbrennen und gewann mit fast zwei Minuten Vorsprung vor Jessica Walsleben. Dritte wurde Luisa Beck. In der parallel ausgetragenen Nachwuchswertung der U23 gewann Nina Küderle vom TSV Böhringen. Lokalmatadorin Lucille Rutsch belegte den undankbaren vierten Rang.

Bei den Junioren war es der Tag des Stevens-Racingteam. Die Nordlichter von der Waterkant räumten das Treppchen ab. Den Titel holte Tom Lindner, Vize wurde David Westhoff-Wittwer, Dritter Tim Wollenberg.

Eine weitere kurzweilige Episode war dann vor dem Finale das Laufradrennen der Kinder, das die Zielgerade entlang führte und von den Zuschauern bejubelt wurde.

Über Nacht war der Kurs um weitere 400 Meter gewachsen. Die längere Runde bewirkte bei ansonsten gleicher Gesamtfahrzeit, dass weniger Runden gefahren wurden. Das bedeutet für euch: weniger Bilder. Dennoch gibt es genug davon! Die werden in einigen Tagen hier folgen, wenn sie – wie gehabt – verarbeitet worden sind. Ihr wollt auch keinen ungewaschenen Salat serviert bekommen, der nach Sand knirscht und noch voller Würmer und Schnecken ist, oder?

Wir haben an diesem Wochenende in Bensheim eine vorbildlich gemachte Radcross-DM erlebt. Sie war heute sehr gut besucht, während gestern – wohl wegen dem recht zweifelhaften Wetter – lediglich ein paar Hundert Leute gekommen waren.

Bald folgt die Fortsetzung des schönen Spiels, für die einen Anfang Februar bei der WM in Valkenburg, für andere kommendes Wochenende (20.) beim Saisonabschluss im Radoval von Mannheim. Dort kann man dann beispielhaft sehen, wie man aus einer Radrennbahn ein Crossrennen zaubert. Bitte bekommt keinen Drehwurm! Einziger Haken: Parkplätze zaubern kann man dort nicht. Die sind Mangelware.

Alle Ergebnisse gibt´s wie immer beim Veranstalter.

Eine andere nette Idee war, die Siegerehrungen des Deutschland-Cups nicht an Silvester in Herford gleich nach dem Rennen, sondern jetzt bei der DM durchzuführen. Hintergrund war – nachvollziehbar – dass zum Jahreswechsel alle heim zu ihren Familien wollten, und zur DM sahen sich ohnehin alle massgeblichen Beteiligten wieder.

Die nächste Radcross-DM wird kommendes Jahr in Kleinmachnow stattfinden, in Bensheim wird es dann wieder ein Internationales Crossrennen auf diesem bewährten schönen Kurs geben, voraussichtlich am ersten Wochenende im Januar 2019.