Marktplatzlauf Großostheim

Merkwürdiges tat sich heute im Zentrum von Großostheim, und das waren keine Aprilscherze im ursprünglichen Sinne. Und nein, man lief auch nicht immer rund um den Marktplatz, auch wenn dieser fast groß genug gewesen wäre. Der Name der Veranstaltung könnte solchen Verdacht nähren. Das wäre aber viel zu trivial gewesen. Statt zu kleckern konnte man dort klotzen, und nahm sich als Laufstrecke einen Kurs von regulär 2 Kilometern Länge vor, der gerade einmal um das ganze Dorf führte.

Der Start lag auf der Straße direkt vor dem Marktplatz, das Ziel gleich nebenan. Der Belag war eine bunte Mischung, mal Asphalt, meistens jedoch Kopfsteinpflaster, wie das in traditionell gebauten Altstädten eben so üblich ist. Um 15 Uhr fing es an mit 750-Meter-Runden für Schüler verschiedener Jahrgänge, erst eine, später zwei, gleich 1500 Meter für die älteren Jahrgänge der Schüler. Dem folgte dann ein Hobby- und Firmenlauf zu drei Runden á 2 Kilometer und zu guter Letzt deren 5, was 10 Kilometer ausmachte und einen neuen Streckenrekord mit sich brachte.

Irgendwie erinnerte es an einen Satz aus „Till Eulenspiegel“: Am Nachmittag war auf dem Platze vor der Kirche großes Gedränge! Zwar stand heute nicht Till unter den Leuten und verkaufte seine Eulen und Meerkatzen – es waren zahllose Läufer, die die Anmeldung bevölkerten und sich auf ihre Starts vorbereiteten.

Nicht so ganz nach Wunsch lief es da für den Vorjahressieger, Felix Hohm. Der Triathlet vom TriTeam des SSKC Aschaffenburg bekam nach eigener Aussage zur Halbzeit des fünf Runden dauernden Hauptlaufs über 10 Km Besuch von Krämpfen. So reichte es diesmal „nur“ zu Rang 3 in der Endabrechnung. Der dominierende Mann des Tages war aber Solomon Eskete vom SSC Hanau-Rodenbach, der lediglich 31:25 Minuten brauchte und dem übrigen Feld davonlief. Zweiter wurde Julius Hild vom gleichen Verein in 33:08 Minuten.

Ein Alleinstellungsmerkmal waren sodann die Siegerehrungen. Nicht dass sie übermäßig lange auf sich warten ließen – nein – es war der Modus, den sonst keiner kennt. Es ist ja üblich, nach Altersklassen zu ehren. Was aber nicht üblich ist, ist, davon jeweils alle Dritten, Zweiten und dann alle Sieger aufzurufen. Es steht also nie ein vollständiges Treppchen da oben, sondern dreimal eine Perlenkette allen Alters von jung bis alt, und kein Fotograf hat hinterher das übliche Foto. Ob das so gewollt war? Das Datum, der 1. April 2017, legte ja die Vermutung von Überraschungen nahe.
Die Ergebnisse gibt es beim Zeitnehmer Chipzeit.de,
meine Fotos sind in der Bildersammlung.