Bergzeitfahren Schotten

Victor Brück von der RSG Gießen und Wieseck beendete das heutige Bergzeitfahren mit neuem Streckenrekord. Er darf sich jetzt ein Jahr lang Hessenmeister der U23 nennen. af1v0348

Begonnen habe ich diesen Samstag mit gänzlich anderen Erwartungen – war da doch jede Menge Arbeit, vor allem im Garten, die dringend erledigt werden musste. Schließlich war schon Anfang Oktober, und der Winter ist trotz aller Andenken an einen schönen Sommer nicht mehr fern!
Aber was sah ich beim Blick aus dem Fenster? Regen, Regen, Regen!

Der Boden war so naß, dass auch aufklarendes Wetter gegen Mittag nichts daran zu ändern vermochte, dass Gartenarbeit hier kaum infrage kommen würde. Schließlich wollte ich die Mülltonne mit altem Gestrüpp füllen, und nicht mit dem im Laub haftenden Wasser.

Was also anfangen mit dem Tag?
Da zu erwarten war dass der Untergrund in Mannheim beim Star-Cross ähnlich tief sein würde wie in meinem Garten kam das also schon mal in die zweite Wahl. An erste Stelle trat also erneut eine Veranstaltung, die ich aus der Erfahrung vergangener Jahre eigentlich schon fast ausgelistet hatte – das Bergzeitfahren in Schotten, diesmal wieder als Hessenmeisterschaft bei den Lizenzfahrern.

Schon die Anfahrt auf den Hoherodskopf zeigte hinter der Stadt den Berg in tiefhängenden Wolken, und spätestens ab Bretzenhain, dem letzten Dorf vor dem Berg, fuhr man dann auch darin.

Radsport in Wolken.af1v0292Spätestens oben angekommen war festzustellen, dass der Berg immer wieder für ungewöhnliches Wetter gut ist. Zwar war es zu diesem Zeitpunkt noch oder gerade mal wieder von oben her trocken, doch die Sicht war quasi zumindest zeitweise nahezu null. Das „von oben her trocken“ sollte sich auch recht bald ändern, denn zur Startzeit um 14 Uhr goss es wie aus Eimern, und sollte damit die kommenden zwei Stunden nicht aufhören. Die Bodenbedeckung bestand denn auch aus dem nassen Element, und ich war heilfroh, mich noch kurz vor der Abfahrt zuhause für wasserdichte Bekleidung entschieden zu haben, auch wenn ich dort kaum habe erwarten können, dass es so schlimm kommen würde. Wenn ich das geahnt hätte wäre ich wohl kaum losgefahren!

Kommen wir noch mal kurz auf die Geschichte zurück. Nicht nur ich kann mich noch ganz gut an Jahre erinnern, in denen diese Veranstaltung über zwei Tage ging. Samstags die Jedermänner, sonntags die Lizenzfahrer. Da war noch was los! Die Ergebnisliste von diesmal zeigt gerade mal noch 153 Teilnehmer! In der Startliste des HRV zu dieser Hessenmeisterschaft standen noch 199 Teilnehmer und Teilnehmerinnen alleine für das Lizenzrennen!

Das Rennen der Lizenzfahrer dauerte gerade mal rund zwei Stunden, dann war wieder Ruhe auf dem Berg! Das der Jedermänner zuvor dürfte bei lediglich 48 Teilnehmern über alle Klassen – darunter vier Herren und eine Dame – kaum anders abgelaufen sein.

Das Ergebnis aber ist deutlich.
Wie eingangs schon erwähnt hat Victor Brück den Berg in einer Zeit von gut 16 Minuten bezwungen, was neuen Streckenrekord bedeutet, oder umgerechnet ein Tempo von 29,44 km/h. Soviel fahren andere nicht in der Ebene!af1v0426Er ist damit nicht nur Hessenmeister der U23 und Tagesgesamtsieger, sondern rund 2 km/h schneller gewesen als der Gesamtzweite, Felix Weber vom RSV Osthelden. Das liegt in NRW, der Vizehessenmeister dieser Klasse ist darum der Gesamtzehnte, Niklas Reinhardt vom RSV Seeheim.
af1v0441Der Gesamtfünfte, Bastian Becker aus Bensheim, holte sich als Nachfolger seines Bruders Benedikt den Titel bei der Elite, und bei den Damen stand Mandy Platzdasch oben auf dem Podest. Das wiederum stand draußen im Regen.Alle Ergebnisse findet ihr in der offiziellen Ergebnisliste.

Einem sinnvollen Gedanken folgend sollte die Siegerehrung zunächst drinnen im Warmen in der Almhütte stattfinden, doch dort war es zu kuschelig.
So entwickelte sich diese Siegerehrung für mich zu einem Ort der unangenehmen Entscheidungen, da der wiedererstarkte und nun von der Seite kommende Regen zusammen mit böigem Wind dazu führte, dass allmählich nicht nur die Kleidung durchweichte, sondern dasselbe auch von den Dichtungen zum Innern meiner Kamera zu befürchten war! Ich habe also getan, was in solchen Fällen zu tun ist, wenn die Situation nicht mehr zu vertreten ist – man tut, was man tun kann, und tritt dann rasch den Rückzug an trockene Orte an, das heisst man steigt ins Auto und fährt heim.

Daheim angekommen – Überraschung – schien die Sonne!

Eine unvollständige Menge Bilder dieser Veranstaltung ist online.