1. Griesson-deBeukelaer-Radrennen in Polch

Die Rheinland-Pfälzische Saisoneröffnung  im Straßenradsport fand gestern in Polch statt. Es kam wie es zu erwarten war: Das in Mannschaftsstärke angereiste, im nahen Koblenz beheimatete Profiteam Kuota-Lotto bestimmte maßgeblich die Geschehnisse im Hauptrennen der Männer KT/A/B.
Was sonst noch geschah? Mehr dazu in diesem Artikel.

Der Tag begann wolkenverhangen bei Temperaturen knapp über Null Grad Celsius, was sich bei dem mäßigen Wind eher nach „Sibirien“ anfühlte. Es sollte den Tag über nicht wesentlich wärmer werden, auch wenn zum Nachmittag doch hin und wieder die Sonne raus kam.

Im Verlauf dieses Artikels werde ich auch noch mehrere Dinge ansprechen (müssen), die allesamt etwas mit (fehlender) Disziplin zu tun haben.

Der Renntag begann um 10 Uhr mit einem Block aus drei Rennen, bestehend aus dem Rennen der Junioren, gefolgt im Minutenabstand von den Senioren 2 und 3, sowie der Jugend U17 männlich.
Auch wenn man bedenkt dass sich manche noch in Trainingslagern befinden, und das neue Rennen auch noch nicht allen bekannt sein wird – es haben andernorts in der Vergangenheit schon einmal mehr Fahrer an einer Startlinie gestanden. Gerade bei den Junioren ist die Beteiligung doch verhältnismäßig bescheiden gewesen.
AF1V6997Der Start erfolgte pünktlich, und ziemlich zeitgleich stellte sich die Frage, ob Rennen neuerdings an der Startlinie entschieden werden. Anders formuliert, was bitte haben Seniorenfahrer, die am darauffolgenden Rennen beteiligt sind, am Start des Juniorenrennens zu suchen? Gar nichts!
Es ist respektlos gegenüber den anderen Sportlern, deren Rennen gerade startet, gegenüber den Zuschauern, denen die Sicht genommen wird, wie auch gegenüber den Pressefotografen, die mit Verlaub nicht gerade euer Hinterteil auf den Bildern sehen wollen, die tags darauf in der Zeitung erscheinen sollen. Außerdem steht ihr dort auch am Straßenrand im Weg!
Kein Rennen wird am Start entschieden. Interessant ist ausschließlich, wer zum Schluß zuerst über die Ziellinie fährt, und ihr habt das ganze Rennen lang Zeit, das unter euch auszumachen. Man sollte eigentlich solche „Sportler“, die dann noch die Frechheit besitzen, zu den Fotografen zu sagen, man habe diese nicht gesehen, sofort und ohne Diskussionen vom Wettbewerb ausschließen! Ja, es mag hart klingen, aber nur so lernen diese Egoisten, dass sie nicht alleine auf der Welt sind!

9C6T1441Das Juniorenrennen war rasch entschieden. Schon sehr früh setzten sich drei Fahrer vom Feld ab und blieben die ganze Zeit lang vorne. Das Ergebnis ist aus Hessischer Sicht erfreulich, denn mit Leon Echtermann gewann ein Sossenheimer.

Am Montagmorgen sind die Ergebnislisten leider noch nicht online. Ich werde mich deshalb nur zu den Ergebnissen äußern, die ich selbst gesehen habe. Nach dem Start der Frauenklassen habe ich mich etwas auf Wanderschaft begeben und bin die Strecke abgegangen. Etwa 500 Meter hinter dem Start führt die Straße durch eine enge Unterführung, die ein Relikt aus der Zeit ist, zu der man Polch noch mit der Bahn hat erreichen können. Dort, wo heute der Stadtpark ist, war einmal der Bahnhof, und die ehemalige Bahnstrecke ist heute ein Radweg.
Im weiteren Verlauf führte die Rennstrecke durch ein Industriegebiet, um an dessen Ende in einem schmalen Feldweg von höchstens drei Metern Breite zu münden. Nach etwa 9 Km Rundenlänge kam die übersichtliche Strecke, die teilweise vom Start her eingesehen werden konnte, wieder beim Ziel an.

Als ich wieder dort eintraf war das Jedermannrennen gerade vorbei, und eigentlich sollte bald die Startaufstellung für das Hauptrennen der Männer erfolgen. Die C-Klasse folgte wenige Minuten nach dem Profirennen gegen 15 Uhr. Doch es stellte sich heraus, dass die EDV „etwas überlastet“ war, was jedoch nicht unbedingt ein Versäumnis der Veranstalter war. Zwar hatten schon reichlich Fahrer ihre Nennung auf dem üblichen Weg online abgegeben, die dennoch enorme Zahl an Nachmeldungen erforderte jedoch einen erheblichen Zeitaufwand. Der Start wurde daher erst um eine Viertelstunde nach hinten verschoben, und dann die bereits wartenden und frierenden Teilnehmer auf eine Warmfahrrunde geschickt. Diese zog man dann von den eigentlich geplanten 13 zu fahrenden Runden ab, sodass die Rennlänge auf 12 Runden festgelegt war.  9C6T1870Das Rennen entwickelte sich, wie es zu erwarten war. Vorne fuhr aufgereiht das Team Kuota-Lotto in seinen schwarzgelben Trikots, und der Rest des Feldes dachte sich wohl „lasst die mal arbeiten“. Es war eh klar, dass der Sieger aus den Reihen dieses Teams kommen würde, für die das Rennen eine Art Schaulaufen vor heimischem Publikum war. Es endete mit einem Sieg von Julian Braun vor einem sichtlich enttäuschten Deutschen Meister Max Walscheid. 9C6T2016In der letzten Runde hatte man auch eine Bergwertung eingebaut, bei der es einen Rennrad-Rahmen zu gewinnen gab, den sich Tobias Knaup holte.

Die sonstigen Preise an diesem Renntag? Der Hauptsponsor war deBeukelaer, vor dessen Haustür Start und Ziel lagen, und dessen allgegenwärtiges Hauptprodukt die Prinzenrolle ist. Alles weitere kann sich jeder denken …AF1V7228

Etwa zur Mitte des Rennens kam dann über den Flurfunk die Nachricht von einem Sturz im Rennen der C-Klasse, ausgelöst durch einen ins Fahrerfeld laufenden Hund.
Dazu eine Bitte, liebe Tierhalter. Nehmt eure Tiere doch bitte in solchen Situationen an die (kurze) Leine!
Ihr selbst wollt doch sicher auch nicht, dass euren Lieblingen Schaden entsteht, und es entspricht nun mal deren natürlichen Jagdtrieb, einem Radfahrer ebenso wie Läufern und anderem mehr nachzueilen. Da hört manches Tier nicht mehr auf Zuruf, wenn es nur noch „Beute“ sieht. Die Folgen können sowohl für das Opfer aus auch für euch gravierend sein, und jeder darf erwarten dass von anderen keine Gefahr ausgeht. Schon gar keine, die mit geringem Aufwand vermieden werden kann.

Bilder vom Renntag gibt es in meiner Fotosammlung.

Serie 1
Serie 1, Aufnahmen mit kürzerer Brennweite
Serie 2
Serie 2, Aufnahmen mit langer Brennweite

Die Ergebnisliste steht auf der Website des Veranstalters.