Testival …

Wenn es nicht regnen will muss man den Acker bewässern, sonst verdorrt die Frucht. In der vergangenen Woche hielt es Andreas Hunkel, Besitzer eines Radladens in Rödermark mit dem sprechenden Namen Radsport360°, ebenso mit dem zarten Pflänzchen CycloCross. Er veranstaltete ein Testival, das heute mit einer gemeinsamen Ausfahrt endete.

In der Umgebung des Ladens liegt die bekannte Strecke des alljährlichen Crossduathlons, die auf recht unterschiedlichem Untergrund vom Sandweg bis zum Singletrail durch Wald und Feld führt. Wer daran Interesse hatte konnte mitfahren und die Räder selbst ausprobieren, die man sonst bei den Rennen des Deutschlandpokals nur aus sicherer Entfernung im Fahrerlager und den Technikdepots bestaunen kann. Durch mehrere leistungsabhängig gestaltete Gruppen wurde keiner überfordert.

Als Sportart kommt CycloCross, oder gutbürgerlich Radquerfeldeinfahren, vor allem aus den BeNeLux-Staaten. Dort ist es besonders in Belgien beinahe Volkssport, und Rennen gibt es dort im Gegensatz zu unseren Breiten reichlich. Zuschauermassen, die bei uns nur der Fussball anzieht, sieht man dort busweise bei jedem Rennen.

Zwar brachte uns der Oktober dieses Jahr noch viele schöne Tage mit Temperaturen weiterhin um 20 Grad Celsius, aber es kündigt sich eine Schlechtwetterperiode mit Kaltluft an, sodass allen klar wird:
Der Herbst steht vor der Tür!

Reinlassen wollen wir ihn nicht. Drinnen ist geheizt. Aber draussen wird es ungemütlich. Etwas Schutz vor Wind und Wetter bietet der Wald, da zieht es nicht so. Mit dem Straßen-Rennrad fährt es sich jedoch auf den bestenfalls geschotterten Waldwegen eher schlecht. Man hat sich also Abhilfe geschaffen, das Kind heisst Crossrad. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein etwas stabiler gebautes handelsübliches Rennrad, und das ist es auch. Statt Dackelschneider findet man voluminösere Reifen mit Profil, deren dicke Vettern Mountainbikes zieren, auch die Geometrie ist dem Zweck angepasst, und regelmäßig fehlt etwas, das auf der Straße zwingend notwendig ist – der Flaschenhalter. Man könnte das Rad sonst schlecht über Hindernisse tragen.

Es gibt genug Leute, für die das Crossrad vor allem in der Stadt alle anderen Fortbewegungsmittel ersetzt hat. Man kann damit ja praktisch fast alles machen, ausser vielleicht umziehen. So bietet das geländegängige Rennrad auch eine Möglichkeit der sportlichen Betätigung im Winter, und es heisst ja: Meister im Sommer werden im Winter gemacht. Training und Technikbeherrschung sind demnach Voraussetzung für erfolgreiche Straßenrennen in der wieder warmen Jahreszeit.

Angesetzt war die Abfahrt auf 14 Uhr. Man kann sich denken dass es später wurde … Bis zur Rückkehr habe ich nicht gewartet. Es fing pünktlich an zu regnen. Crosswetter eben.