Stenger Bike Waldsee Cup 2017

Dieses eigentlich unter der Bezeichnung „6 Stunden von Heimbuchenthal“ bekannte Rennen fand gestern eine neue Auflage. Allerdings nicht in Heimbuchenthal.
Was macht man, wenn die eigentliche Rennstrecke durch Baustellen auf Jahre hinaus blockiert ist? Man ging in der Nachbarschaft hausieren, und fand „Asyl“ auf dem Sportplatz von Volkersbrunn. Start war um 10, und Zielschluß logischerweise um Punkt 16 Uhr. 

Der nächste überregional bekanntere Ort ist Mespelbrunn, und die Gegend im bayerischen Spessart macht Fremdenverkehrswerbung unter der Bezeichnung Spessarträuberland. Ein hübsches Fleckchen ziemlich hügeliger Erde, wo man im Tal nicht sieht, dass gleich um die Ecke Weltuntergang stattfindet.

nasse Überraschung

Meteorologisch gesehen war das auch gestern wieder der Fall. Auf der Heimfahrt wurde man da einer von der Abendsonne beleuchteten Wolkenwand gewahr, das Rennen blieb jedoch zum Glück trocken. Das änderte nichts daran, dass es dennoch einige schafften, sich in einem eigentlich furztrockenen Wald genau jene Wurzeln und feuchten Stellen auszusuchen, um sich dort abzulegen! Wer weiss, wie das Rennen geendet hätte, wäre es doch zum Schutt gekommen und alles in einer Suhle versunken!

Auch wenn die Ausweich-Rennstrecke eher einer Waldautobahn glich enthielt sie doch genug interessante Stellen, getreu dem Motto: Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen! Teilweise knackige Anstiege und rauschende Abfahrten wechselten sich ab, und auch an einer Kapelle kam man unterwegs vorbei. Leider hatten die Sportler keine Zeit, die Schönheiten der Landschaft zu genießen.

Wie schon gesagt handelte es sich hier um ein 6-Stunden-Rennen. Ein etwas merkwürdiges Format, sucht man im Sport doch üblicherweise nach dem Schnellsten, der oder die eine Strecke in kürzester Zeit zurück legt. Hier lief die Uhr unter dem Zielbanner rückwärts und zeigte die Zeit an, die den Teilnehmern noch blieb. Wozu? Sieger wurde, wer in diesen 6 Stunden die meisten Runden fuhr. Das konnten 2er oder 4er-Teams sein, die sich abwechselten, aber es gab auch genug Masochisten, die sich das alleine antaten. So gab es denn nicht nur einen Sieger, sondern deren viele, männlich, weiblich, gemischt.

Startaufstellung

Um 9:45 Uhr erfolgte die Startaufstellung, und nach den üblichen Reden ging es um 10 Uhr mit dem Startschuss des Bürgermeisters hinter einem Motorrad auf die Einführungsrunde. Das war vom Start weg durchaus keine Kaffeefahrt! Die durchschnittliche Zeit für eine Runde von rund 6 Kilometern lag bei 17-18 Minuten für die Spitze, und auch wenn viele vorab zu Protokoll gaben, am Ende einer langen Saison im September ausgelaugt und am Ende ihrer Kräfte zu sein – die Lokalmatadoren zeigten, was sie können!

So kamen zum Schluß die Sieger weitgehend aus den Teams des Hauptsponsors und Namensgebers Stenger aus Hösbach. Der Laden ist in der Region bekannt wie ein bunter Hund und stets ein lohnendes Ziel für alle Fragen rund ums Rad.

Tombola …

Während die Sportler ihre Runden drehten taten die Losverkäufer dasselbe im Fahrerlager und beim Publikum. Lose wurden gerne gekauft, gab es doch zahlreiche Preise zu gewinnen. Hauptpreis war ein Mountainbike von Specialized, Anklang gerade bei den Kindern fanden aber eher die Bälle und Flaschen, die vorher ans Publikum verlost wurden. Losverfahren durch Weitwurf, wer fängt gewinnt…

Bis zur eigentlichen Siegerehrung dauerte es bis gegen 17:30 Uhr, und die zum Veranstaltungsort umgebaute Scheune war gut voll, sodass aus Nebenräumen weitere Biertische und -bänke herbeigeschafft werden mussten.

Insgesamt ein Rennen, das man zumindest gesehen haben muss!
Mehr Info und Ergebnisse findet ihr im Internet auf der Seite des Vereins.

Hier gibt´s noch 12 Minuten optische Eindrücke: