Vulkan-Bikemarathon

Mit rund 1400 Mitgliedern ist der TGV Schotten einer der mitgliederstärksten Vereine der Region und in der Ausrichtung von Rad-, Lauf- und Wintersportveranstaltungen sehr erfahren. Zusammen mit der HWG Gedern bildet er quasi das Rückgrat des Radsports im Vogelsberg.
Schon lange Jahre finden in der Region Rennen statt, erinnern wir uns an schöne Tage mit der alten Bike-Challenge, die es anders mit gleichem Namen heute noch gibt, wenn auch nicht mehr als so anspruchsvolle CrossCountry-Veranstaltungen, sondern eher als Marathon.
So zählte denn auch schon der Vulkan-MTB-Marathon seine 14. Auflage seit der Umstellung von XC auf Marathon, und es ist das zweite Jahr seit dem Wechsel des Startorts hinaus aus dem Stadtzentrum auf die Höhen der Gesamtschule. Insgesamt hatten sich 238 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die drei Distanzen angemeldet, was gegenüber den 305 aus dem Vorjahr doch einen beachtlichen Schwund darstellt. 

Der Name – Vulkan-MTB-Marathon – ist Programm, hat man doch mit dem Vogelsberg einen erloschenen oder zumindest schlafenden Vulkan nicht nur vor der Haustür, nein, man wohnt darauf. Das Fehlen heißer Quellen weist aber deutlich auf die relative Gefahrlosigkeit hin. Wer heißes Wasser sucht reise in die Landeshauptstadt Wiesbaden, wo man mit dem Kochbrunnen einen findet, der seinem Namen Ehre macht. Kommendes Wochenende kann man dort auf der Platte beim Jagdschloss erneut samstags Laufen und/oder sonntags einen weiteren Marathon fahren.

Los ging es recht spät um 10 Uhr mit dem ersten von drei Starts über die Mittelstrecke von 52 Kilometern gleich zwei Runden oder 1130 Höhenmetern. Das Wetter war nicht zu warm und gelegentlich von einem Schauer durchsetzt. Nennenswerten Einfluss auf die Bodenverhältnisse hatten diese aber nicht. Sie waren nur ärgerlich für die Zuschauer, die danach mit nassen Klamotten da standen. Sehr empfehlenswert waren im übrigen wieder mal die Bratwürste, die der Verein zu fairen Preisen anbot.
Mit nur fünf Minuten Abstand ging gleich darauf die Langstrecke ins Rennen. Diese hatte drei Runden zu absolvieren, eine Runde entsprach der Kurzstrecke mit 26 Kilometern oder 565 Höhenmetern. Diese startete mit etwas Abstand um 10:20 Uhr.

Nach der ersten Runde hatte sich im Feld der Mittelstrecke, die auch für die Serie der Rosbacher Bike-Challenge gewertet wurde, eine mittelgroße Gruppe gebildet, gefolgt mit etwas Abstand von weiteren der üblichen Verdächtigen. Angeführt wurde diese erste Gruppe von einem, den man bei einem Marathon bisher nicht erwartet hat.
Philipp Küllmer fand sein Betätigungsfeld bisher im Team Erdinger Alkoholfrei auf der Straße, was ihm nun erstmal Probleme mit dem Kleiderschrank einbrachte. Nach Auffassung des Verbands sind die üblichen blauen Trikots für die Straßenrenngemeinschaft registriert und dürfen im Gelände so angeblich nicht getragen werden. Man sah ihn also zur Abwechslung in grün.
Philipps Aussage zufolge wird man ihn aber in Zukunft öfter mal im Gelände wiederfinden.

Die zuletzt gestartete Kurzstrecke war es denn auch, die zuerst wieder im Ziel ankam, und zwar in der Reihenfolge Rico Liebesch, Felix Drawer und Percy Fügert. Die Tabellen findet ihr online bei MyRaceResult, lokaler Zeitnehmer war TGV-SportStar.

Schnellste Frau auf dieser Strecke war eine, die sonst gerne mal einen Triathlon bestreitet: Tine Holst von Mars-Rotweiss Frankfurt. Sie braucht mit 1:01:06,5 Stunden lediglich rund 5 Minuten mehr als der schnellste Mann und wurde Gesamt-17.

Gewertet wurde nach Altersklassen, weshalb der Gesamteinlauf nicht viel über die Sieger aussagt. Die Treppchen findet ihr am Schluss von meinem Video unten.

Führte auf der Mittelstrecke zur Halbzeit wie gesagt noch Philipp Küllmer, der als Straßenfahrer naturgemäß über eine erhebliche Kondition verfügt, so sollte er aufgrund ausbaufähiger Technik zum Schluss doch „nur“ 7. werden. Gewonnen hat ein alter Hase: Marcel Lehrian. Die ersten Drei des Einlaufs waren alle Sieger. Hier eben Marcel bei den Herren, gefolgt von Moritz Schäb bei den Junioren und Robert Kühn bei den Senioren1. Beachtlicher 14. wurde Andreas Hunkel.

Zwei an der Tankstelle

Der Besitzer von Radsport360° findet eigentlich durch seinen Laden in Urberach immer die passenden Teile, aber selten genug Zeit zum Trainieren. Man fand ihn hinterher am Getränkestand. Im Ziel waren zum Schluss 111 Personen über die Mittelstrecke, gefolgt von fünf „did-not-finish“ sowie elf „did-not-start“

Nun – warum „DNS“? Der Termin war unpassend gewählt, fand doch am gleichen Tag im badischen Singen am Hohentwiel die Weltmeisterschaft im MTB-Marathon statt, was auch der Grund dafür war, dass man in Schotten vergebens nach dem aktuellen Serienführenden, Sascha Starker aus Bensheim, suchte. Der versuchte sein Glück als Weltmeister in spe und wurde dort wie man später hörte Opfer einer ungeeigneten Getränkeversorgung.

Kommen wir zur Langstrecke.
Mit „lediglich“ 26 Finishern war sie das zahlenmäßig am schwächsten besetzte Feld. Gewonnen hat Marvin Augustyniak aus Bad Salzdetfurth, in nachstehender Reihenfolge gefolgt von weiteren fünf aus der Hauptklasse der Männer: Max Feger, Adrian Horchler, Jago Fechtmann und Tobias Eise, der als Lokalmatador ins Rennen gegangen war und sich etwas mehr erhofft hatte.

Für alle, die sich erinnern möchten, wartet hier ein rund 13minütiges Video bei YouTube:

Bei den nachfolgenden Rennen der Serie in Wiesbaden und dem Finale in  Biebertal werde ich nicht dabei sein. Den Grund dafür darf man in Vorstellungen der jeweiligen Veranstalter suchen, die mir meinen nicht zu vereinbaren sind. Ich wünsche allen dort Beteiligten dennoch viel Erfolg!

Nebenbei – es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, man könne entweder filmen oder fotografieren!
Heutige Technik erlaubt es bei sinnvoller Anwendung durchaus, aus den Einstellungen mittels geeigneter Software Standbilder heraus zu rechnen, die sich bei den üblichen Anforderungen des Internet als Fotoersatz eignen. Wie gut das geht seht ihr an den hier eingesetzten „Fotos“, die eben keine sind. Es handelt sich um jeweils einen Frame aus dem Videostream. Die sind nicht immer 100%ig, aber für den Zweck ausreichend. Vor allem kann man die große und schwere Profikamera gegen ein erheblich kleineres und leichteres Modell tauschen. Die Qualität vieler sonst so gern genutzter Handyfotos erreicht man so allemal.
Somit kann diese Entscheidung ins Postprocessing verschoben und in Ruhe geregelt werden, statt wie früher hektisch zu versuchen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, was ohnehin regelmäßig schief ging!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*