VELO Frankfurt

An diesem Wochenende, 10. und 11. Juni 2017, findet in der Frankfurter Eissporthalle eine Fahrradmesse statt. Sie nennt sich VELO.

Der Veranstalter umschreibt sie wie folgt:
„VELOFrankfurt – die Erlebnismesse rund ums Fahrrad.

Vom 10.-11. Juni 2017 geht die VELOFrankfurt rund um die Eissporthalle Frankfurt in ihre zweite Runde. Zwei Indoor-Hallen und das riesige Outdoor- und Testgelände laden zum Erleben, Testen und Kaufen ein.“

Nun, das weckt Erwartungen. Ich habe die Messe besucht, und teile euch gerne meine Eindrücke mit. 

Die Eissporthalle ist sowohl mit dem Auto als auch mit der U-Bahn leicht zu erreichen und von da her ein idealer Standort für eine solche Veranstaltung.

Kommt man an sieht man schon von weitem noch vor dem Eingang mit der Kasse einen orangefarbenen Bus stehen – die rollende Werkstatt vom BikeTempel aus Eschborn.

Der erste wirkliche Eindruck hinter der Kasse sieht dann so aus:

Wer eine echte Messe erwartet hat mit der Chance, sich einen Marktüberblick zu verschaffen, wurde gleich enttäuscht! Erleben konnte man schon was, nur nicht unbedingt das, was die geneigte Klientel der Bikebranche darunter gewöhnlich so versteht.

Als Umschreibung der Veranstaltung passte, zumindest nach meinem Eindruck, der Begriff des erweiterten Flohmarkts besser. Es war eigentlich eine Zusammenkunft der Frankfurter Fahrradhändler, die auf ihren Ständen allerlei anboten, wobei allerdings die Auswahl nicht unbedingt immer umfassend war. Man sah vor allem Stadträder, wie sie in der Stadt eben häufig benutzt werden. Sporträder sah ich wenige. Es gab sie aber.

Zunächst wurde es aber doch sportlich. Für 16 Uhr war ein Lastenrad-Rennen angesagt worden. Als ich aber zur besagten Uhrzeit dort hin kam war von Rennen weit und breit nichts zu sehen. Vielmehr suchte man hektisch nach den potentiellen Teilnehmern. Die hatte man eine halbe Stunde später endlich gefunden, und es ging los.
Was da für seltsame Gefährte auf die Strecke rund um die Ausstellung gingen zeigt das Bild.

Um solche Massen sinnvoll mit Muskelkraft bewegen zu können bedarf es entweder eines Bodybuilders als Fahrer, oder eines Motors. Es ist kein Wunder, dass aktuelle Modelle mit einem Elektromotor ausgestattet sind. Immerhin wiegen sie selten weniger als etwa einen halben Zentner!

Auch andere E-Bikes waren dort zu sehen, sind sie doch derzeit groß in Mode.
Auch wenn man in Frankfurt selbst nicht unbedingt solcher Modelle bedarf, macht sich doch der nahe Taunus mit seinen Steigungen bemerkbar.

Es gab aber auch solches (siehe Bild)

zu sehen, wobei man hier nicht immer so genau wusste, wo der Fahrer und wo das Transportgut Platz nahm.

Der Rundgang war schon recht interessant, wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass die Veranstalter solcher Messen oft und gerne die gleichen Fehler machen. Sie setzen anscheinend voraus, dass ihre Interessen gleich denen des Publikums sind. Ich finde, eine Messe dient vor allem dazu, zu erfahren, was es ausser dem Angebot in den Läden sonst noch so gibt. Das kann man da ausprobieren und sich ggf. bestellen. Wenn man es nicht kennt, weiss man auch nicht, was besser ist. Da sich dann viele die Sachen im Internet bestellen in dem Wissen, es bei Irrtum zurückschicken zu können, entgeht den örtlichen Händlern so das Geschäft!
Schon im zeitigen Frühjahr findet ja in Freiburg die Bike-Aktiv statt, die einst als Messe gestartet war, um inzwischen ebenfalls zu einem besseren Flohmarkt abgerutscht zu sein. Auch dort wird zwar das eine oder andere Rad verkauft, aber das sonstige Geschäft findet woanders statt. Wenn man dann wie heute in Frankfurt an einen Stand kommt in der Erwartung, sein Wunschrad testen zu können, und dann ein Schildchen am Rad vorfindet „Probefahrten nur bei uns im Laden!“ wird der potentielle Käufer doch etwas enttäuscht sein. Eine Probefahrt in der Stadt im Werkstagsverkehr ist nicht dasselbe wie eine solche auf einem abgesperrten Parcours.

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf ein Detail zu sprechen kommen, das ich zumindest für suboptimal gelöst erachte.
Selbstredend ist ein klobiger Akku an einem Designbike nicht gerade der herausragende Anblick. Viele Hersteller bemühen sich daher, die Akkus im Unterrohr des Rahmens verschwinden zu lassen. Dieser wird dadurch zwar dick(er), das ist aber wohl weniger schlimm.
Was aber schlimm ist: Die Bikes lassen sich damit nur noch in der Garage aufladen! Oder habt ihr am Laternenmast eine Steckdose? Gleiches Problem wie beim Auto. Man kann den Akku nicht mit ins Büro nehmen, dort tagsüber aufladen und nach der Arbeit mit einem vollgeladenen Bike wieder heim fahren. So ist das in der Praxis unbrauchbar! Zum anderen fördert es Diebstahl, und wenn das Ladegerät bei Regen im Freien steht ist es hinterher kaputt.

Morgen ist noch Gelegenheit zu einem Besuch. Die Tageskarte kostet pro Nase 7 Euro, der Parkplatz 3.