Hessenmeisterschaft auf der Bahn

Dieses Pfingstwochenende verlief bis jetzt etwas anders als ursprünglich von mir geplant! Nachdem ich am Mittwoch Abend schon einen weiteren Lauf der umgangssprachlich als Sommerbahnpokal bezeichneten Trainingsrennserie besucht hatte (Hier der Artikel) fand am eigentlichen Wochenende nun am Freitag Abend der Wolfskehler Straßenlauf, am Samstag Nachmittag und Abend die Pfungstädter Laufgala, heute früh in Münster der 33. Morettriathlon und als „Main Event“ die zweitägigen Hessenmeisterschaften auf der Radrennbahn in Darmstadt statt. Komplettiert wird das Ganze morgen in Michelstadt, wenn Ralph Berner eine weitere Ausgabe der City-Cross-Rennen präsentiert. Dann wird wieder ein (hektisches) Pfingstwochenende Geschichte sein.

Der Mensch denkt, und Gott lenkt!

So heisst es doch im Volksmund, wenn manches anders läuft als man sich das so gedacht hat! So auch hier.
War ich doch einer Einladung des Veranstalters folgend statt am Samstag auf der Radrennbahn zu bleiben nach Pfungstadt gefahren, um dort bei der Laufgala ein Video zu drehen, offenbarte sich doch leider ziemlich rasch, dass die Verbandsoffiziellen das anders sahen als der Veranstalter selber. Dem Starter war man dessen Gesten folgend als Filmemacher immer im Weg, während Fotografen nicht behelligt wurden, und wenn die Helfer im Ziel anfangen sich wohl mehr oder weniger bewusst so vor die Kamera zu stellen dass keine sinnvollen Einstellungen mehr machbar waren ist es wohl an der Zeit, den Tatsachen ins Auge zu blicken, die Dinge beim Veranstalter anzusprechen – und zu gehen! Ich bin Amateur, opfere dafür meine Freizeit, wurde angesprochen weil andere das heisse Eisen nicht haben anfassen wollen, und werde doch wie das fünfte Rad am Wagen behandelt! Habe ich das so nötig? Wohl kaum! Kein Vorwurf an den Veranstalter, der kann nichts für das Verhalten von Schiedsrichtern. Diese waren informiert und müssen sich daher mal fragen, ob ihr Verhalten der Veranstaltung und dem Sport nicht mehr schadet denn nützt! Mit mir wird es so rasch kein weiteres Video bei einem Stadionsportfest mehr geben, das muss klar sein.

Heute früh wollte ich dann erst mal zum Moret-Triathlon fahren. Dies versprach mir neue Fotomotive.
Was ich aber am Baggersee nahe Babenhausen, wo das Schwimmen stattfand, angetroffen habe benötigt keine Beschreibung. Wenn man mehr als eine Stunde vor dem Beginn der Veranstaltung an einem Ort, den man ohne Auto nicht erreichen kann,  keinen Parkplatz mehr findet, weil alles zugeparkt ist und selbst der Arzt sehen muss wo er bleibt, weil manche Mütter meinen, mit dem Kinderwagen bis vor den Eingang des Bades fahren zu müssen – ja, was bleibt da? Es bleibt, die Tatsachen zur Kenntnis nehmen und wieder weg zu fahren. Der Triathlon fand also mit einem Fotografen weniger statt. Es wird darum auch keinen Bericht darüber geben können.

Warum hatte ich das so geplant? Nun, am heutigen Vormittag fanden in Darmstadt die Rennen der Kinder statt, und jeder, der sich damit einmal beschäftigen musste weiß, dass es Eltern gibt, die mit – sagen wir mal vorsichtig – seltsamen Vorstellungen zum Thema Bildrechte auf sich aufmerksam machen! Es gibt neben mir daher etliche Fotografen, die dieses Teilthema daher sehr vorsichtig anfassen und nach Möglichkeit einen großen Bogen darum herum machen. Nicht weil sie etwas gegen Kinder hätten, sondern weil sie keinen Wert mehr auf Angriffe aus dem Off legen! Diese Eltern sind nämlich meist beim Rennen garnicht zugegen und werden erst aktiv, wenn darüber mit Bildern berichtet wird. So werde auch ich darüber nachdenken, ob ich diesen Teil meiner Bilder hier zeigen werde. Ihr kennt das ja – es kann der Frömmste nicht in Frieden leben wenn es dem Nachbarn nicht gefällt!

Die Meisterschaften selbst bestanden für alle Altersklassen von den Kids bis zu den Senioren, hier im Jargon Masters genannt, aus dem Omnium – einem Mehrkampf – sowie anderen Einlagewettbewerben wie dem Keirin. Diese Art Rennen stammt ursprünglich aus Japan und darf in der Originalfassung getrost als Rugby auf Rädern bezeichnet werden. Nicht selten endet das in Rempeleien und im Krankenhaus. Was wir hier in Europa zu sehen bekommen ist eine zivilisierte Form davon, die mehr einem durch ein Motorrad geführten Bahnsprint ähnelt als dem Original.

Von ein paar Schauern am Samstag Nachmittag abgesehen hielt das Wetter soweit durch, dass die Veranstaltung trotz oft wolkenverhangenem Himmel gut über die Bühne gehen konnte.

Auf dem Foto sehen wir die fleissigen Medaillensammler der Jugend aus der Mannschaft des Ausrichters, des VC Darmstadt. Allen voran in der Bildmitte Tom Streicher, der neben dem Führungstrikot des Hessencups mehr Medaillen mit nach Hause nahm als normalerweise jemand Knöpfe am Hemd hat.

Bilder gibt´s hier: Samstag Sonntag

Die Ergebnisse findet ihr beim Hessischen Radfahrerverband.

Auch erwähnen sollte man, dass bei Defekten, wie sie gerade oder trotz des aktuellen modernen Radmaterials leider immer mal wieder auftraten, im Rahmen des Möglichen eine Rundenvergütung oder ein Nachstart gewährt wurde. Das ist nicht überall selbstverständlich!