Frühjahrslauf Groß-Gerau

Der alte Streckenrekord wankte, aber er fiel nicht!

Demeke Wosene

So heisst der Sieger beim 33. Frühjahrslauf Demeke Wosene (LG Rüsselsheim). Schnellste Frau war Iris Rautenberg von Spiridon Frankfurt.

Seine Zeit von 31:12 Minuten für die 10-Km-Runde im Wald nördlich von Groß-Gerau war immer noch rund eine Minute „langsamer“ als jener im Jahr 1999 aufgestellte und immer noch währende Streckenrekord von Dominik Burkhardt mit einer Zeit von 30:11 Minuten!

Mit der 33. Austragung feierten die Langstreckler des TV Groß-Gerau ein kleines, wenn auch „krummes“ Jubiläum. Der Frühjahrslauf findet ja immer am Fastnachtssamstag nachmittags statt, Start ist um 15 Uhr.

immer (noch) gut besucht …

Die Beteiligung lag diesmal mit 339 Finishern etwas unter dem Stand des Vorjahres, als noch 397 Läuferinnen und Läufer ins Ziel kamen. Sieger im Vorjahr war Martin Skalsky, der wie Wosene auch von der LG Rüsselsheim kommt. Die „Rothemden“ sind immer für eine Überraschung gut, auch wenn sich diesmal Demeke Wosene mit der auffälligen Startnummer 1 ganz links aussen am Start hinter dem Starter zu verstecken versuchte. Geholfen hat es ihm nichts, er ist inzwischen bekannt wie ein bunter Hund!

Hiess es im Vorjahr noch von einigen Teilnehmern, Bilder brauche man nicht, so hatten sich die Schreihälse diesmal wohl besonnen. Ich hatte die Gelegenheit genutzt, meine neu erstandene Canon EOS M5 zu testen. Die Feuerprobe hat sie soweit ganz gut bestanden.
Auch wenn ich in einem Artikel zur Kamera gelesen habe, in ihr stecke die Technik der EOS 80D, so darf man zwei Dinge kritisieren: zum einen, sie vergisst mit der aktuellen Firmware nach jedem Ausschalten den letzten Stand des AF-Feldes, das jeweils wieder auf die Mittenpostition zurückgesetzt wird. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern in bestimmten Fällen geradezu katastrophal. Das andere ist der Akku, der vergleichsweise klein ausgefallen ist und schätzungsweise für 300-400 Bilder gut ist. Man darf aber nicht vergessen, dass man es hier mit einem elektronischen Sucher zu tun hat, der naturbedingt einen recht passablen Appetit entwickelt, weshalb man gut daran tut, die Kamera bei Nichtgebrauch auszuschalten. Damit tappt man aber in die unter (1) genannte „Falle“ und darf jedes Mal den Messpunkt des Autofokus neu einstellen. Auch ist anzumerken, dass die Reserve des Akkus nahezu Null ist. Fängt der Balken erst mal an, über die Mitte hinaus abzunehmen, darf man Ersatz gleich mal griffbereit halten, denn bis zur „Leerwarnung“ ist es nicht weit. Was das Tempo betrifft denke ich, für Läufe geht es gerade so noch, für Radsport würde ich nach den gemachten Erfahrungen auf ein schnelleres System zurückgreifen. Der große „Vorteil“ des spiegellosen Systems ist, dass sie von den sonst gerne als „Verhüterli“ bekannten Offiziellen nicht so recht ernst genommen wird. Man wird ja leider mit einer sonst üblichen „großen Tüte“ ohne weiteres der Presse zugerechnet und darf sich dummen Fragen bezüglich einer Zulassung stellen. Kleider machen einerseits Leute, andererseits werfen sie Gräben auf. Beim Frühjahrslauf ist das zwar noch nie so gewesen, seit ich ihn kenne, aber andernorts ist es mir schon bei wesentlich kleineren Veranstaltungen passiert. Mit einer „Taschenkamera“, und zu dieser Klasse zählt mit ihrer vergleichsweise geringen Größe auch die M5, gilt man eher als Hobbyfotograf – was man im Sinn der Sache ja auch mit einer 1D sein kann, was aber kaum einer „erwartet“.

Die Bilder, die beim Lauf und bei der anschliessenden Siegerehrung in der Stadthalle entstanden sind, findet ihr in der Bildersammlung.
Die Ergebnisse vom Lauf sind hier.

Apropos Siegerehrung…
In der Ausschreibung steht, diese finde in der TV-Halle statt. Nun, man kann nach dieser Halle suchen, bis man schwarz wird.

Stadthalle (=TV-Halle)

Wer die Gegebenheiten vor Ort kennt, weiss, dass es sich um die Stadthalle im Zentrum der Stadt handelt, und aufgrund der Verkehrsverhältnisse bedarf es schon sehr eingehender Ortskenntnisse, um den Weg dorthin zu finden. Dann auch noch einen Parkplatz zu ergattern grenzt schon fast an einen Sechser im Lotto, obwohl man gegenüber auf dem Schulhof einen solchen eingerichtet hatte. Der reichte naturgemäß nicht für alle, sodass jene, die zu spät kamen, entweder die Umgebung belagerten, oder heim fuhren. So fehlten denn auch etliche der Altersklassensieger bei der anschliessenden Ehrung, was schade war. Hier muss sich die Stadt Fragen stellen lassen, denn zum einen sollte die Kommune an einer solchen Traditionsveranstaltung, zu der sich auch der Bürgermeister angekündigt hatte, ein Interesse haben, zum anderen gibt es durchaus Örtlichkeiten, die auch Ortsunkundige ohne Navi finden könnten.

Hatte der Sieger, Demeke Wosene, nach dem Ziel noch etwas mit seiner Zeit gehadert, so erfuhr er bei der Tombola, die im Rahmen der Ehrungen stattfand, späte Genugtuung.

D. Wosene – Laufsieger u. Tombolagewinner

Alle Teilnehmer/innen durften ihre mit dem Namen versehene Startnummer in einen großen Karton werfen, und dann wurde gezogen. Darunter eben auch die Nummer 1 … Was er sich aus dem Angebot ausgesucht hat entzieht sich meiner Kenntnis.

Der älteste Teilnehmer, Gerhard Schröder (M80, Spiridon Frankfurt), wurde nicht wie selbst angekündigt Letzter.

G. Schröder, M80

Ihm folgten noch drei weitere, teils erheblich jüngere.