Offenbacher Suppenschüssel 2017

Es ist bekannt, dass aus dieser Suppenschüssel keine warmen Speisen serviert werden, sondern entweder eine Fangopackung oder eine Rutschbahn.
So sah es denn dieses Jahr am gestrigen Samstag dort auch aus wie in einer falschen Backstube. Das Gelände war aufgrund einiger Schneeschauer teilweise weiß gezuckert, und teilweise angetaut und matschig. Das Kleinholz von Sturm Egon lag ja auch noch überall herum.

Es gibt keinen besseren Anlaß, einen Crosslauf zu veranstalten! 

Es ist schon komisch – entweder findet wochenlang gar nichts statt, oder es gibt gleich drei Veranstaltungen an einem Tag!
So hatte auch ich gestern die Qual der Wahl – fanden doch ziemlich zeitgleich in Rüsselsheim das Finale der Lindensee-Laufserie, in Mannheim der Saisonabschluss im Radcross, und hier in Offenbach der Suppenschüssel-Crosslauf statt! Entschieden habe ich mich für die Suppenschüssel, und das aus gutem Grund.
In einem kleinen Exkurs werde ich mal aufschreiben, warum ich mich so entschieden habe. Im Grunde genommen war das nämlich fremdgesteuert.

Vorangegangen war eine andere Entscheidung, nämlich die Anschaffung einer GoPro-Kamera nebst Karma-Stick. Klein, handlich, und für gewisse Zwecke eigentlich wie geschaffen! Ich habe nun nach einer Gelegenheit gesucht, sie zu testen, denn naturgemäß lernt man den Umgang mit dem Stick nicht aus dem Handbuch. Es braucht keiner glauben, dass „auspacken und loslegen“ hier ein guter Rat sei, denn das Ding macht sonst, was es will, und nicht das, was du willst. Ich bitte also um etwas Nachsicht, wenn der nachfolgende Film vom Rennen noch nicht optimal ist! Der Tag hat aber gebracht, was ich mir erwartet habe. Erkenntnisse nämlich!

Drei Rennen an einem Tag? Eine Entscheidung musste her!
In Rüsselsheim hatte ich in der letzten Zeit schon Aufnahmen gemacht. Da war wenig Neues zu erwarten, zumal dieses Rennen aus Sicht eines Fotografen nach „Sie liefen fort und kamen wieder“ aussieht. Man bekommt vom eigentlichen Rennen nämlich nicht viel mit!
Für meine Testzwecke problematisch erwies sich auch das Radrennen, da die Vergangenheit erwiesen hat, dass man sich besser nicht darauf verlassen sollte, auch an das Geschehen herangelassen zu werden. Eine GoPro-Kamera ist bauartbedingt sehr weitwinkelig ausgelegt, und das bedeutet auch, dass man nahe am Geschehen filmen muss, damit man auf den Bildern mehr sieht als „Landschaft mit laufenden Ameisen“! Von der Zuschauertribüne aus hat man zwar einen guten Überblick über den Stadioninnenraum, man ist aber weitab vom Schuss, und das Sitzen dort bei Minustemperaturen führt lediglich zu einer Blasenentzündung! Gute Bilder oder Einstellungen für ein Video bekommt man so nicht, zumal Sportler mir nahegebracht hatten, gar kein Interesse an Bildern zu haben. „Wir wollen ja nur ein bisschen Rad fahren!“. Bedenkt man dann noch, dass einige dort nach Sündenböcken suchen und meinen, Fotografen und Filmer seien an ihren eigenen Missgeschicken schuld, wird daraus rasch ein klares Bild. Dann kann ich auch dahin gehen, wo ich erwünscht bin!

In der Ausschreibung zu Offenbach stand da nun ein ganz entscheidender Satz: „Mit Ihrer Anmeldung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten zu Auswertungszwecken gespeichert und teilweise veröffentlicht werden. Das gilt auch für Fotos Ihrer Person auf der Laufveranstaltung.“
Damit war das Problem anderer Rennen, dem Missbrauch des Rechts am eigenen Bild, Einhalt geboten. Es kann bekannt sein, dass es aus Prinzip unmöglich ist, alle Beteiligten um Erlaubnis zu befragen. Da das aber teilweise woanders bereits verlangt wurde, und ein KO-Kriterium für die Bildberichterstattung darstellt, fiel auf dieser Grundlage die Entscheidung, wo es an diesem Tag hingehen wird!

Die vier Rennen dieser Veranstaltung begannen um 12 Uhr. High Noon im Leonhard-Eißnert-Park.
Den Anfang machte der Sprint über 800 Meter, oder anders ausgedrückt: Aaron Bienenfeld gegen den Rest der Welt.

Der ging dann auch ab wie eine Rakete und gewann mit Vorsprung.

Dasselbe Spielchen sollte sich dann etwas später beim Mittelstreckenlauf über drei Runden gleich etwa 4000 Meter nochmal wiederholen! Da kann sich die Konkurrenz wohl schon mal warm einpacken, hat Aaron doch durchblicken lassen, dass er bei den kommenden Läufen – dem Abschluss der Winterlaufserie von Jügesheim,  dem Sandkasten von Wolfskehlen und bald danach bei der Meisterschaft in Trebur – ähnliche Auftritte vorhat!

Zwischendurch hatten die Schüler ihren Auftritt.

Interessant wurde es aber noch zum Schluss, beim Langstreckenlauf. Während zuvor doch recht klare Verhältnisse herrschten, war hier einige Konkurrenz am Start.

So bildeten sich auch rasch einige Grüppchen, die aber nicht bis zum Schluss zusammen blieben. Einige hatten ihre Kräfte überschätzt, und bezahlten ein zu forsches Angehen an den Mann mit dem Hammer.

Warum die Örtlichkeit „Suppenschüssel“ genannt wird ist jedem klar, sobald er mal dort war! Die große Kuhle im Park hat eben jene Gestalt, und die Ränder der Schüssel bilden herrliche Möglichkeiten für Ausflüge ins Gelände – je nach Geschmack manchmal sehr zum Ärger der Beteiligten.

Sieger nach sechs Runden war dann der für den TUS Griesheim laufende Lokalmatador Björn Kuttich, direkt verwandt mit dem Veranstalter und auch als Helfer an dem Tag sehr aktiv gewesen.

Die hier gezeigten Fotos sind aus den Videoaufnahmen ausgelesen, und jetzt werden wir sehen, wer diesen Artikel zu Ende gelesen hat. Hier ist das Video zum Rennen: 

Detaillierte Ergebnislisten finden sich auf der Webseite der Veranstaltung.