Bergzeitfahren Langenbrand

Langenbrand ist ein Teil von Forbach im Murgtal. Dort fand am Samstag zum zweiten Mal ein Bergzeitfahren statt – von der Kulturhalle über 5 Km gleich 500 Hm hinauf zum Hohlestein.

Ohne Facebook und seine Einladungskultur wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, dieses Rennen zu besuchen. 167 Km einfacher Weg ist schließlich nicht gerade „um die Ecke“! Dass auch andere auf diesem Weg angesprochen werden zeigten danach aber die Ergebnisse – die Siegerin der Damen mit Lizenz kam aus Mainz und heisst Kristin-Elisabeth Kroth. Sieger der Lizenzklasse der Herren wurde Jago Fechtmann, der für das Team von Radsport360° fährt, das in Urberach zuhause ist. Urberach wiederum liegt im Rodgau, einem schönen Fleckchen Südhessens.

Die ganze Ergebnisliste findet ihr auf der Webseite zur Veranstaltung.

Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mit und ohne Lizenz, fanden den Weg zum Start, der von einem Podium herunter erfolgte.  AF1V9677Es wäre nicht so abwegig, von einer Vereinsmeisterschaft des RMSV Langenbrand mit weiterer Beteiligung zu reden, würde man nur die Mengenverhältnisse der Teilnehmer nach Vereinen bewerten. Kuriosum am Rande war die Waage, die vor dem Start auf die Sportler wartete. Ein Bikerennen, bei dem gewogen wird? Wo gibt´s denn so was? In Langenbrand im Schwarzwald! Man brauchte den Wert für eine Auswertung bezüglich der Leistung in Watt …

So machte sich auch die Materialfrage bei diesem Wettbewerb unsportlich bemerkbar. Von Chancengleichheit konnte hier keine Rede sein. Die einen hatten aktuelles, leichtes Material, andere gingen mit dem an den Start, was sie hatten, insbesondere auch mit etwas zu viel Pfunden. So gab es schon im ersten Anstieg nach dem Start, wo sich der Fotograf am Wegesrand niedergelassen hatte, die ersten Überholungen, und ein älterer Teilnehmer musste schieben, weil sein betagtes Gefährt keine kleineren Gänge mehr hatte. Hier zeigte sich, dass die Brieftasche durchaus eine Rolle in diesem Sport spielt, weil die Gesamtmasse aus Rad und Fahrer, die den Berg hoch zu wuchten war, eben keinen unbedeutenden Faktor darstellte.

Das eigentliche Rennen, das erst am Nachmittag um 15 Uhr begonnen hatte, war nach gut einer Stunde schon wieder rum, und es begann das (lange) Warten auf die Ergebnisse.

Leider hatte der Versuch, mit möglichst vielen Wertungen und damit verbundenen Preisen Zuspruch bei den Sportlern zu erreichen hinterher einen faden Beigeschmack, weil man sich mit den nötigen Auswertungen offenbar etwas übernommen hatte!
Als nach über zwei Stunden nach Rennschluss immer noch keine Siegerehrung anberaumt worden war musste ich zu dem Schluss kommen, dass mir die Zeit davon lief. Schließlich wollte ich tags darauf nach Friedrichshafen fahren, um die Eurobike zu besuchen, die sich selbst Leitmesse der Branche schimpft. Dazu mehr in einem anderen Artikel.

Daher fehlt in der Bildersammlung des Tages leider das wichtigste Bild, das vom Treppchen.

Viele vertrieben sich die Wartezeit mit bleifreiem Bier … So der Name des Getränks.
Wo man bleifreies Bier trinkt wäre die Frage nicht gar so abwegig, was die Wirkung von bleihaltigem wäre … Denken wir lieber nicht zu sehr über so eine Irokesensuppe nach! Wie so oft war einer der Höhepunkte des Tages – die Rennwurst. AF1V0216Wie üblich in allerlei Geschmacksrichtungen, mit und ohne Käse.

Nachtrag:
Es gibt auch einen Bericht in der örtlich zuständigen Zeitung, dem Badischen Tagblatt.  Dieses ist überörtlich nur online verfügbar. Bei meinem Besuch dort versteckte sich dieser Artikel allerdings hinter einer Bezahlschranke! Ist das im Sinn einer freien Information? Ich zumindest werde keine „Katze im Sack“ kaufen, egal zu welchem Preis. Die meisten Zeitungsartikel zu früheren Ereignissen haben rückblickend betrachtet gezeigt, daß es das Geld nicht wert ist, und der Anmeldezwang tut ein Übriges.