Trans-Schwarzwald 2016

Die elfte Ausgabe der VAUDE Mountainbike Trans-Schwarzwald ist heute mit einem Etappensieg von Simon Stiebjahn zu Ende gegangen.

Simon Stiebjahn
Simon Stiebjahn

Die fünfte und letzte Etappe führte das Feld heute von Murg am Oberrhein auf den mit 1287 Meter Höhe höchsten Berg des Schwarzwaldes. Das Rennen gestaltete sich spannend, und es bleib bis zuletzt unklar wer der Sieger sein würde. 

Das Ziel lag nicht ganz oben, sondern beim Hotel und der Seilbahnstation. Bis ganz nach oben zum Aussichtsturm wären es noch einige Höhenmeter mehr gewesen.

Etwa einen Kilometer vor der Ziellinie wartete mit der Skibrücke noch einmal ein Hammer auf die Sportlerinnen und Sportler:AF1V9307AF1V9311

Simon war mit der Absicht angetreten, die Mehretappenfahrt einmal zu gewinnen. Dieses Mal hat es noch nicht geklappt, er wurde trotz aller Bemühungen Zweiter. Eine gewisse Rolle wird dabei wohl auch sein angeschlagener Arm gespielt haben, den er sich bei einem Sturz auf der ersten Etappe von Offenburg nach Sasbachwalden am Mittwoch zugezogen hatte.

Gesamt-Siegerehrung Elite Männer
Gesamt-Siegerehrung Elite Männer
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Gesamt-Siegerehrung Elite Damen

Gesamtsieger wurde der Österreicher Hermann Pernsteiner, der für die 5 Tage gleich 412 Kilometer oder 11.800 Höhenmeter 16 Stunden 54 Minuten und 44,5 Sekunden brauchte. Die Damenwertung gewann Elisabeth Brandau, die schon die Etappen 1 bis 4 für sich entschieden hatte und sich auf der Schlussetappe mit dem zweiten Platz begnügte.

Anbei einige bewegte Bilder.
1. Etappe Offenburg – Sasbachwalden (ca. 9 Min.):

2. Etappe Sasbachwalden – Bad Rippoldsau-Schapbach (ca. 13 Min.):

Die Etappen von Bad Rippoldsau-Schapbach nach Donaueschingen sowie von Donaueschingen nach Murg konnte ich leider nicht besuchen.

Bilder vom Ziel auf dem Feldberg (mit den Siegerehrungen) sind in der Bildersammlung zu sehen, die Ergebnislisten beim Zeitnehmer Abavent, mehr Info auf der Website der Veranstaltung..

AF1V9262Apropos Feldberg … Die Tourismusmanager der Region nennen ihn auch „den Höchsten“. Aber weshalb? Es mag die in Metern höchste Erhebung des Südschwarzwaldes sein. Kommt man aber zum ersten Mal dort hin empfindet man etwas anderes, nämlich puren Kommerz!

Das beginnt schon bei der Anreise. Seitdem das neu erbaute Parkhaus dort in Betrieb ist gibt es keine andere Parkmöglichkeit mehr, die Straße endet in dessen Einfahrt. Sogar für die Zufahrt zum – nicht eben billigen – Hotel braucht man schon eine besondere Erlaubnis, und ein Wächter kontrolliert das auch! Die Stunde parken kostet derzeit 1,50 Euro – das läppert sich!

Wenn man bedenkt dass der Feldberg vor allen Dingen ein Wintersportparadies sein soll fällt doch der enorme Zuspruch auch während eines Sommerwochenendes auf. An diesem Tag bei schönstem Wetter standen die Schlangen an der Kasse der Feldbergbahn, die zum Aussichtsturm hinaufführt, etwa hundert Meter weit auf den Vorplatz hinaus. Es ist wie alles da oben ein reichlich teures Vergnügen.
Die Bratwurst beim Rennen kostete 4 Euro. Muss das sein?
Es scheint aber so als ob man das gehabt haben müsse, wenn der Schwarzwaldurlaub komplett gewesen sein soll.

Die Landschaft des Feldberggebiets? Vorne hui, hinten pfui!

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Vorne hui …
… hinten pfui!

Da, wo es noch naturbelassen ist, ist jeder Blick die Mühe des Aufstiegs wert. Dreht man sich aber um, so fallen unmittelbar die Bausünden ins Auge – und die Baustellen. In diesem Sommer wird dort gebaut als ob es kein Morgen gäbe, der nächste Winter kommt bestimmt. Wo früher der Parkplatz war wächst gerade der nächste Betonklotz in den Himmel. Es gibt dort ja noch gar keine…
Vom Parkhaus über die Seilbahn, verschiedene Restaurants, mindestens ein Hotel und einem Haus der Natur (das natürlich extra Eintritt kostet…) gibt es sogar eine Einkaufspassage. Der betuchten Klientel soll es ja an nichts mangeln.

Bei näherem Hinsehen wird in den Läden aber vor allem eins verkauft: Nippes und Tand! Es handelt sich vornehmlich um die üblichen Reiseandenken, vom schönen Schwarzwaldpüppchen bis zum Schinken. Nichts für den täglichen Bedarf.

Das Management hat hier scheinbar erfolgreich ein Naturwunder in eine Touristenfalle verwandelt – alles wirkt künstlich und passt so gar nicht in die heile Welt, die man dem zahlenden Gast ansonsten vorgaukelt. Mangels Alternative wird so mancher Gast die überhöhten Preise zahlen. Es ist halt wie heute üblich alles auf Geldeinnahme abgestellt. Sogar die Anreise. Theoretisch kann man natürlich auch mit dem Südbadenbus dort hoch kommen. Die Schwierigkeiten fangen aber schon damit an dass man im Internet nur den Winterfahrplan findet, und demnach verkehrt die Buslinie nur viermal am Tag und das auch nur am Wochenende und in den Ferien! Morgens rauf, tagsüber Ski fahren, danach wieder zu Tale. Pecunia non olet?

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