Sport und Spiel am Wasserturm

Unter dem Motto „Sport und Spiel am Wasserturm“ gibt es jedes Jahr im Sommer eine vom Sportkreis Mannheim ausgerichtete Veranstaltung mit dem Ziel, der Bevölkerung Sportarten und Vereine näher zu bringen, die nicht jeden Tag in den Medien im Mittelpunkt stehen. Neben Vorführungen zum Beispiel in Capoeira gibt es auch Inliner- und Radrennen, und die sind nicht von schlechten Eltern! 

Ein Besuch dieser Veranstaltung bietet sich schon deshalb an, weil man sie mühelos mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann, liegt der Wasserturm in Mannheim doch nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt und ist zudem Knotenpunkt zahlreicher Straßenbahnlinien, die gleich vor der Haustür halten. Mit 6,50 Euro ist eine Tageskarte zudem im Vergleich mit dem Geld, das man für einen Tag im Parkhaus aufwenden müsste, geradezu billig.

Sportlich möchte ich hinten anfangen, da es über das Radrennen einiges mehr zu erzählen gibt.
Am selben Tag fand ja in Lustadt, nach dem gestrigen Königskreuzrennen in Göllheim, auch ein nicht nur für die B/C-Klassen ausgeschriebenes, sondern sogar KT/A/B/C besetztes Rennen statt. Die KT-Klasse ist nicht weniger als die Dritte Liga des internationalen Radsports!
Man neigt daher eigentlich zu der Einschätzung, am Wasserturm in Mannheim nur die Sportler vorzufinden, die in Lustadt keinen Blumentopf gewinnen könnten.

Doch weit gefehlt!

Zur Startaufstellung standen da Sportler aus Limburg, Frankfurt, Sankt Ilgen, etc. pp. am Start – also weit mehr als nur Lokalpatrioten, sondern auch Teilnehmer aus Teams, die man sonst aus der Bundesliga kennt.

Das Rennen war als Kriterium ausgeschrieben, das heisst es wurden alle zehn Runden Wertungspunkte verteilt, was neben etlichen Prämien immer für Betrieb im Feld sorgte. Ausreissversuche wurden gestartet und wieder aufgegeben, auch dezimierte sich das Feld durch Aufgaben. Stürze sind mir keine bekannt geworden, was aber bei dem eckigen Kurs von gut einem Kilometer Länge nichts heissen muss.

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Zum Schluss hatten diese drei netten Herren in den Wertungen die Nase vorne und durften ihre Siegerschleifen in Empfang nehmen.

Was gab es sonst noch? Zum Beispiel Biathlon…

Biathlon? Mitten im Sommer und in der Stadt?
Du musst dir nur zu helfen wissen!

Auch wenn es mehr den Eindruck einer Schauvorführung gemacht hat, man hat gezeigt dass man selbst ohne Schnee „Ski“ laufen kann, und wenn man will mit einem „Gewehr“ auf Scheiben schiessen, und das auch noch ohne Bleivergiftung!

Wie geht das?
Die Wahrscheinlichkeit für eine Loipe in Mannheim ist selbst im tiefsten Winter nicht größer als ein Sechser im Lotto, und wenn doch einmal „Weiße Pracht“ fällt sorgt mit gutem Grund die Stadtreinigung dafür, dass davon nichts übrig bleibt.

Statt Ski nimmt man einfach eine 531mm lange Aluschiene und baut sich vorn und hinten Rollen dran. Drauf stehen normale Skilanglaufschuhe. Mit den mehr als mannshohen Stöcken sollte man trotzdem aufpassen, dass man niemanden perforiert…

City-Biathlon
City-Biathlon

Den „Schießstand“ hat man einfach in die nächste Straßeneinmündung hineingebaut, und man konnte dahinter durchgehen ohne blaue Bohnen befürchten zu müssen.
Die hier genutzten Gewehre waren doch eher Laserpointer in Gewehrform, und die Schießscheibe enthielt einen Fotosensor. Fertig!

Fehlt einem dann einmal auch noch die Straße nimmt man eben keine Rollen, wie man sie vom Speedskating her kennt, sondern deren dicke Vettern, und fertig ist Cross-Biathlon. Auch das gibt es!

Meine Bilder von der Veranstaltung sind in der Bildersammlung zu sehen.

Zum Abschluß möchte ich noch auf etwas anderes zu sprechen kommen. Manche werden sich fragen, wieso ich auf das „Wasserturm-Rennen“ gekommen bin statt auf Lustadt oder Wombach, wo doch die erheblich „wichtigeren“ Bilder zu erwarten gewesen wären. In Wombach waren an diesem Wochenende samstags der Keiler-Bikemarathon und tags darauf die DM-XCO.
Schön und gut, man darf aber nicht vergessen dass es dorthin weite Wege sind, die Parkplätze problematisch sind – und was man dort im vergangenen Jahr gemacht hat! Die Gängelei der Fotografen, nachzulesen hier, ist nicht vergessen! Das bekannte Verhalten des BDR in der Vergangenheit, stets Fotografen mit Presseausweis zu bevorzugen, kommt noch hinzu. Es ist schon andernorts vorgekommen dass man insbesondere deswegen gar nicht erst akkreditiert wurde und ohne den Wisch nicht fotografieren durfte! Das merkt man sich, und im Zweifelsfall ist es der Tropfen, der schon manches Faß zum Überlaufen gebracht hat! Macht es da noch Sinn, den Weg auf sich zu nehmen wo doch andere Rennen quasi vor der Haustür liegen?
Liebe Radsportler, wie man sich bettet, so liegt man!
Am Samstag früh habe ich mich daher zum Einkauf nach Frankfurt aufgemacht, in der Annahme, rechtzeitig fertig zu werden und nachmittags nach Göllheim fahren zu können. Aber Pustekuchen!
Infolge der Bauarbeiten am S-Bahntunnel war Chaos in der Stadt und an Fortkommen nicht zu denken. Es dauerte also alles länger als gedacht, und damit war ein Besuch in Göllheim Illusion.
Mannheim war also für den Sonntag die beste Option, zumal es relativ einfach zu erreichen war mit der Möglichkeit, in Sandhofen zu parken und mit der Trambahn fast bis zur Startlinie zu fahren.
Wozu soll ich es mir schwerer machen als nötig? In der Regel wird der Aufwand ohnehin nicht honoriert!