Bulls-Cup Kottenheim

Wie lange die anderen Fahrer ihn noch unterschätzen werden ist die Frage des Tages. 9C6T8781Sascha Starker (Team Radsport 360°/SSG Bensheim) hat das Eliterennen im Bulls-Cup gestern in Kottenheim mit einem Start-Ziel-Sieg gewonnen. 

Der in MTB-Kreisen bislang weitgehend unbekannte Sportler aus Bensheim an der Bergstraße startete von „ziemlich weit hinten“, um aber schon 200 Meter weiter unter dem Zielbogen das Feld fast aufgerollt zu haben und nach der ersten Runde mit erheblichem Vorsprung zu führen. Nach seiner Aussage ging es ihm einfach zu langsam voran! Man merkt seine Herkunft – noch im vergangenen Jahr fuhr Sascha beim bayerischen Team Heizomat in der Radbundesliga. Leider trennten sich dann dem Hörensagen nach die Wege, die Teamleitung sei mit der Leistung einiger Teamfahrer unzufrieden gewesen. Nun denn, die anderen Sportler in diesem Feld sind ja alles keine Anfänger. Es wird dann wohl andere Gründe gehabt haben, wenn er auf der Straße nicht die erwartete Leistung hat bringen können. An Befähigung liegt es offensichtlich jedenfalls nicht!

Jetzt wird er sich entscheiden müssen. Entweder startet er in 14 Tagen beim Finallauf in Boos, oder bestreitet den Kellerwald-Bikemarathon in Gilserberg. Beide Läufe finden intelligenterweise am gleichen Tag statt, am 17.4.2016.
Am Tag davor hat er dann schon sein Heimrennen zum Warmfahren nutzen können. Ich rede von dem vor der Haustür seines aktuellen Brötchengebers, der Firma Radsport 360° von Andreas Hunkel, stattfindenden und vom VFL Münster ausgerichteten Crossduathlon, in den auch ein „normales“ Radrennen querbeet eingebaut ist. Der sandige Untergrund dieses „Spargelackers“ dürfte zumindest bei Trockenheit einiges an Problemen bereiten, auch wenn das Rennen von der Premiere im letzten Jahr her im Ruf steht, ziemlich schnell zu sein.

An technischen Finessen mangelte es dem Kurs in Kottenheim jedenfalls nicht. Aussagen des Veranstalters zufolge hatte man ihn während der letzten Jahre fortlaufend optimiert. Das machte sich dann zum Beispiel in einer dem Ziel gleich gegenüber liegenden Kombination aus Hühnerstiege und Singletraildownhill bemerkbar, die zumindest bergauf keiner hat fahren können. Hier sah man sie alle schieben! Gelegenheiten, sich auf dieser Strecke einen Platten einzuhandeln, gab es mehr als genug. Gerrit Rosenkranz, der Zweite, konnte davon ein Liedchen singen, hinderte ihn doch gleich nach dem Start ein Kettenklemmer daran, den Abstand geringer zu halten als er es schlussendlich dann war.
Ein rundum sehenswerter Kurs, dessen Besuch sich lohnt!

Ein anderer Rohdiamant ging im (diesmal zahlenmüssig recht bescheidenen) Feld der U17 an den Start. Noah Jung von der RSG Gießen und Wieseck hatte schon den zweiten Lauf der Serie in Büchel gewonnen. Auch er liess nichts anbrennen und band den Sack konkurrenzlos zu.

Mehr Informationen und Ergebnisse unter http://www.bulls-cup.de, meine Bilder folgen baldmöglichst nach Bearbeitung.