Damit habt ihr wohl nicht gerechnet – Es ist aber so!

Diese Zeilen richten sich vor allem an Funktionäre und Veranstalter verschiedener Sportveranstaltungen in Deutschland, die da meinen, mit ihrem Publikum alles machen zu können was ihnen gerade beliebt. Sie richten sich aber auch an jene Sportler, die sich nicht nur einmal etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt haben mit Forderungen und Wünschen, die ein Normalbürger aus ganz natürlichen Gründen nicht erfüllen kann und nicht erfüllen braucht!

Schon lange habe ich immer mal wieder entsprechende Andeutungen fallen lassen. Es geht um die Dinge, die euch die ganzen Jahre wohl nie wirklich aufgefallen sind. Ereignisse am Rande. Jene Sachen, die ihr mit euch selbst wohl kaum würdet machen lassen!

Ihr macht sie aber immer wieder mit unsereins – und damit ist jetzt mal Schluss!

Jetzt rede ich mal deutsch, und was ich hier sage wird euch nicht gefallen. Es muss aber mal in der nötigen Deutlichkeit öffentlich gesagt werden.

Mittlerweile ist es Ende März, wir hatten vor kurzem Frühlingsanfang.
Mich hat man vor wenigen Tagen angesprochen, ob ich am Ostermontag in Schönaich beim Rennen sein würde. Man brauche Bilder. Schön! Das Vertrauen freut mich. Ist es aber noch realistisch?

Die Antwort, die da kam, hätten die meisten SO wohl nicht erwartet. Zurück kam die Frage, wozu ich den weiten Weg fahren soll wenn ich doch damit rechnen müsste dort nicht erwünscht zu sein!

Was sich nicht nur in der vergangenen Saison zum Beispiel in Wombach ereignet hat, wo man den Fotografen „aus Sorge um das Wohl der Teilnehmer“ das Blitzlicht und damit die Bildberichterstattung verboten hat; bei Rennen, wo man Fotografen nur bei Besitz eines Presseausweises zulässt; bei Rennen, wo wie in Nidda sogar mal ein Beamter meint, die offizielle Zulassung seitens des Veranstalters in Frage stellen zu dürfen; bei Rennen, wo nur der offizielle Fotograf Bilder machen darf und die Zuschauer mit anwaltlichen Abmahnungen zu rechnen haben wenn sie ihre Fotos später öffentlich zeigen; bei Rennen, wo Teilnehmer mit Duldung des Veranstalters unerfüllbare Forderungen an Zuschauer und Fotografen richten und ihre wirklichen oder vermeintlichen Rechte einfordern, im Rennen um Zustimmung zu Bildern gefragt zu werden – oder bei Rennen, wo Fotografen ausdrücklich ausgeladen werden weil sie dem offiziellen nicht passen!

Ihr seid Sportler, großteils sehr gute. Ihr seid aber keine Fotografen! Die meisten von euch verstehen leider nicht genug davon, um über die aus Naturgesetzen herrührenden Gegebenheiten diskutieren zu können. Die Dinge, um die es da geht, sind nun mal so. Die Fotografen nutzen das Blitzgerät ja nicht, um euch zu ärgern, sondern weil es objektiv notwendig ist.

Was ist das eigentlich für eine Vorstellung?
Ein Funktionär, der den Fotografen ihre Arbeit so unmöglich macht, könnte eigentlich auch gleich sagen, deren Kommen sei überflüssig. Effektiv ist es das dann nämlich auch!
Kann man das schon im Vorfeld erwarten geht man besser gleich woanders hin statt sich den Aufwand für nichts und wieder nichts anzutun!
Da wundert ihr euch wenn keiner mehr kommt? Ich nicht!

Ich habe mir diese Liste, die bei weitem nicht vollständig ist, nicht ausgedacht. Das ist alles so vorgekommen. Seid ihr euch eigentlich bewusst, wie das wirkt? Ihr zerstört das absolut notwendige Vertrauen in euren Sport und in eure Veranstaltungen!

Sicher bekommen die Aktiven das nicht so mit. Die leben diesbezüglich in einer anderen Welt. Tatsache ist es dennoch, und was die Sache noch viel schlimmer macht ist, dass etliche dazu neigen, umstehende (Zuschauer, Fotografen, andere) für ihr eigenes Missgeschick verantwortlich zu machen. Stürzt einer, war das Publikum dran schuld …

Okay, ist ja recht bequem so!

Was aber ist die Konsequenz daraus?

Jeder Betroffene wird sich irgendwann fragen, ob sich der Aufwand, ein Rennen zu besuchen, dort Bilder zu machen und diese danach der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, überhaupt noch lohnt. Ich rede nicht unbedingt von Geld. Mir zum Beispiel hat immer ein Dankeschön genügt. Aber nicht einmal das kommt zumeist noch an! Ganz im Gegenteil muss man sich nicht selten auch noch beschimpfen lassen! Was war denn letztes Jahr nach dem Rennen in Polch, nachdem ich es gewagt hatte, einige Punkte, die mir aufgefallen waren, in meinem Artikel anzusprechen? Runtergeputzt wurde man. Wie habe man es wagen können, Kritik zu üben?
Irgendwer ist immer da, dem etwas nicht gefällt und der dann meint, sein Mütchen kühlen zu dürfen.
Mein Eindruck? Über den Kern der Aussagen macht man sich da keine wirklichen Gedanken. Konsequenz? Ich bin dieses Jahr nicht mehr hingefahren!
Schon vorher habe ich, wenn auch aus anderen Gründen, eigentlich vorgesehene Besuche bei den vier Rennen des Bullscups in der Eifel aus meinem Kalender genommen. Es lohnt sich nicht mehr, so weit zu fahren.

Die Persönlichkeitsrechte, ob wirkliche oder erwünschte, sind von einigen unerfüllbar gemacht worden! Eigentlich gestattet es „die betriebliche Übung“ gemäß dem Pressekodex, die „ersten Drei“ als Personen der Zeitgeschichte ungefragt fotografieren zu dürfen. Was aber macht man daraus? Erlaubt sind faktisch mitunter nur noch Bilder von Start und Ziel sowie von der Siegerehrung! Man muss schon genauestens aufpassen, wo man sich am Streckenrand hinstellt, weil sonst erneut irgendeiner was daran auszusetzen hat!

Man stehe (gerade da) „etwas ungünstig“!

Ich kann – und will – nicht jeden Anwesenden wie verlangt um seine Zustimmung fragen. Das ist weder durchführbar noch in dieser Weise sinnvoll. Wer das verlangt sagt damit etwas anderes aus, nämlich dass man keine Fotografen bei den Rennen wünscht! Kann man so haben! Es sind hier nicht speziell diese Rennen gewesen, die den Ausschlag für die Entscheidung gegeben haben. Schon seit den seligen Zeiten der Bike-Challenge im Taunus hat man immer wieder versucht, mir meine Überflüssigkeit klar zu machen. Jeder innere Widerstand erschöpft sich irgendwann …

Es sind oft weite Wege zu den Rennen. Das kostet Benzin, Zeit und Geld. Auch die Ausrüstung eines Fotografen will finanziert sein. Das alles ist nicht eben billig. Nach Außen hin fällt es nicht weiter auf, nach innen aber ist es ein erheblicher Teil der Frage, ob sich dieser Aufwand denn noch lohnt.

Immer öfter fällt diese Entscheidung inzwischen negativ aus!

Es ist eben auch eine Frage des Vertrauens. Was erwartet mich dort? Kann ich damit rechnen, dort willkommen zu sein, oder darf ich einkalkulieren, (erneut) fortgejagt zu werden – wie dies schon andernorts geschehen ist!

Ihr meint ja gerne, nur Presseausweisträger hätten ein Recht, in Bildern über das Rennen zu berichten. Euer Verhalten und teilweise auch eure Ausschreibungen zeigen das jedermann nur zu deutlich. Mitunter steht es ja sogar im Klartext da drin. Dabei ist das eine völlig überholte Vorstellung. Der Informationsaustausch findet seit geraumer Zeit nicht mehr in den Zeitungen statt, sondern in den Blogs im Internet, und die werden großteils von kleinen Leuten ohne erheblichen gewerblichen Hintergrund betrieben. Die allermeisten davon dürften eben keinen Presseausweis haben. Warum das so ist kann jedermann leicht selbst herausfinden. Ihr braucht nur nach dem Schlagwort zu googeln, und werdet finden dass die Karte nicht mehr ist als ein Mitgliedsausweis einer bestimmten Interessenvertretung, die zu allererst unerwünschte Konkurrenz raushalten will. Man kann das verstehen, muss es aber nicht gut heißen, zumal die behauptete Konkurrenz hier ja gar keine ist! Welcher Blogger ist denn Konkurrenz für einen Zeitungsmitarbeiter? Welcher Amateurfotograf wäre Konkurrenz für einen Profi mit Agenturauftrag?
KEINER!

Die alle sperrt ihr gewollt und vermutlich bewusst aus! Selbst wenn nicht so direkt – was eure Profis immer wieder machen schlägt in der Erwartungshaltung früher oder später auch auf die kleineren Veranstaltungen durch.
Man erwartet irgendwann nichts anderes mehr.

Jeder Fotoamateur hat einen enormen Vorteil gegenüber seinen gewerblichen Kollegen: Er kann sich seine Motive und Themen selbst aussuchen. Ich bin jetzt bald 51 Jahre alt, und habe es nicht nötig, mich für mein Hobby zu rechtfertigen! Ein Hobby, das alleine in Deutschland tausende so oder anders ausüben.

Wenn Amateurfotografen bei euch nicht erwünscht sind, habt bitte den Schneid es auch öffentlich so zu sagen – oder unterlasst bitte in Zukunft die immer wieder vorkommenden unterschwelligen Anspielungen!

Wenn ihr nicht wollt, dass bei euren Rennen Bilder gemacht und online gestellt werden, dann sagt es bitte auch euren Sponsoren, dass ihr nicht wollt, dass auf breiter Basis darüber berichtet wird. Auch die Fotos und Videos der kleinen Leute sind Berichterstattung, und oft die einzige, die gerade kleinen Rennen geblieben ist.
Wenn ihr nur handverlesene Berichterstatter wollt, auf deren Inhalte man hier und da etwas Einfluss ausüben kann, dann sagt es bitte auch so! Das eine bedingt nämlich das andere! Was die dann davon halten werden kann sich jeder denken!

Ihr könnt jetzt darüber nachdenken, oder es sein lassen.

Über sachliche Rückmeldungen würde ich mich freuen. Die Tatsachen zu leugnen hilft der Sache aber nicht weiter. Was bei einem Rennen vorgefallen ist muss man bei allen nachfolgenden Rennen erneut erwarten. Man handelt dann danach!

5 Antworten auf „Damit habt ihr wohl nicht gerechnet – Es ist aber so!“

  1. Ich unterstütze deine Haltung voll und ganz. Dieser Fehlentwicklung muss einmal entgegengewirkt werden. Ich bin immer froh, dich an Wettkampforten zu sehen und halte diese Reglementierungen für altmodisch und abträglich.

    1. Hallo Werner, ich danke Dir! Veranstaltungen in der Umgebung werde ich voraussichtlich auch weiterhin besuchen, und im Rahmen des Möglichen auch solche, zu denen ich eingeladen werde. So werde ich morgen früh nach jetzigem Sachstand in Jügesheim beim Osterlauf sein und würde mich dort auf ein paar schöne Bilder ohne Regen freuen.

  2. Lieber Thomas, wie du weist richte ich schon viele Jahre der den Osterlauf im Ridgau und die Winterlsufserie aus. Ich selbst mach bei den Veranstaltungen immer Bilder komme aber Zeitlich in Stress. Ich finde es gut das es Personen gibt die unschöne Platform geben um unsere Veranstaltung mit Bildern weiter tragen. Auch kann ich sagen das die große Mehrheit der Sportler im Nachgang gerne die Veranstaltung in Form der Bilder Revue passieren lassen. Auch haben wir in unsere Susschreibung unter Datenschutz ausdrücklich stehen das Bilder gemacht werden die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wer das nicht möchte muss auf unsere Veranstaltung verzichten.
    Lieber Thomas am Ostermontag ist um 10:00 Uhr der Start unserer 38. Veranstaltung und gerne würde ich dich begrüßen und gerne dürfen Bilder und oder Videos gemacht werden die du auf deiner Plattform öffentlich darstellen darfst und kannst.
    Die Veranstaltungen auf denen du nicht erwünscht bist bzw. wo dir Steine in den Weg gelegt werden oder wo der Vetanstalter nicht die Eier hat zu sagen er möchte das nicht würde ich aus meinen Kalender streichen.

    1. Bitte um Entschuldigung, ich habe den Text auf einem Smartphone erstellt und die Autokorrektur hat mir einige Worte zerschossen.
      Aber ich denke der Sinn ist erkennbar
      Danke

      1. Hallo Detlev, das Problem mit der automatischen Korrektur ist mir wohlbekannt. Ich könnte auch oft genug darüber fluchen 😉 Wie ich in meinem (leider etwas langen) Text geschrieben habe pflanzt sich das Problem von Rennen zu Rennen fort, und es gibt leider auch in unserer Region bereits Sportarten, bei denen man eigentlich kein Rennen mehr besuchen kann. Nicht weil sie alle korrupt wären, sondern weil man nicht mehr weiss, welche es nicht sind! In Frankfurt weiss ich es von vielen, in Darmstadt muss ich es häufig annehmen. Bestimmte Rennen zu besuchen hat sich bereits als sinnlos erwiesen, und bestimmte Personen, die hier in der Vergangenheit aufgefallen sind, haben inzwischen das Metier gewechselt und verunmöglichen so, auch diese anderen Rennen ins Kalenderprogramm aufzunehmen. Mehr dazu bei Bedarf gerne perPM. Wenn ich hier schreibe was ich meine wäre das Selbstmord!

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