2. Rhöncross Dipperz

Die neuen Hessenmeister im Radquerfeldeinfahren wurden heute während des 2. Rhöncross in Dipperz bei Fulda ermittelt.
Bei der Elite siegte Sascha Starker aus Bensheim, bei den U23 Viktor Brück aus Gießen.

Alter Wein in neuen Schläuchen? Mitnichten!
Die zweite Auflage des vom RC07 Fulda ausgerichteten Rhöncross erinnerte eher an ein CrossCountry-Rennen auf anderen Rädern denn an einen altherkömmlichen Radcross mit künstlichen Hindernissen in einem Stadtpark oder Stadion. So ging es auch schon sehr früh los, mit einem Crosslauf nämlich, den die Leichtathleten für ihre Zwecke in die Veranstaltung integriert hatten. Auf dem in der Nacht und in den Frühstunden gefallenen Neuschnee war es reichlich glatt, aber schon wenige Stunden später begann es zu tauen. Beim Abschluss des Renntags am Nachmittag waren nur noch Reste der weißen Pracht übrig.AF1V1484

„Oh Du schöner Westerwald, über deine Höhen pfeift der Wind so kalt …“ Die Weise eines alten Volkslieds fand an diesem Tag auch auf die Rhön Anwendung, und man tat gut daran, sich warm einzupacken. Im Lauf des Tages nahm der Wind sogar noch zu.

Dipperz ist eine Gemeinde aus meheren Teilen mit etwa 3500 Einwohnern einige Kilometer östlich von Fulda. Sie nennt sich auf ihrer Website „Das Tor zur Rhön“. Die Landschaft dort ist auf jeden Fall sehenswert. Ob die Sportler dafür Zeit und Nerven hatten sei dahingestellt. Sie waren auf jeden Fall wohl froh, sich nach den zwischen 30 und 60 Minuten dauernden Wettkämpfen wieder warme Sachen überziehen zu können.

Nach den beiden Crossläufen über 3 bzw. 6 Km begann um 11 Uhr der radfahrende Teil mit dem Rennen der Klassen U15 / U17w.
Die Beteiligung? Ein Trauerspiel!AF1V1294
Am Start standen zwei Jungs und drei Mädchen!
Lucille Rutsch gewann die weibliche U17, die Schülerklasse ging an Robin Schüßler. Beide dürfen sich jetzt offiziell Hessenmeister nennen.9C6T6521

Der folgende Durchgang bestand dann gleich aus drei Klassen – Frauen, U19 und Masters2. Dass Lisa Heckmann Meisterin der Frauen wurde dürfte keinen groß überraschen, auch nicht dass der Meister der Masters2 Ralph Berner heisst. Den Namen des Meisters bei den Junioren, Niclas Zimmer von der RSG Gießen und Wieseck, sollte man sich doch merken. Seine besten Jahre werden erst noch kommen.9C6T6614

Wir kommen zur Jugend männlich (U17) und den Masters 3 und 4.
Das Rennen zeigte die Dominanz der RSG Frankfurt in den Jugendklassen, man machte das Treppchen unter sich aus. Luis Burghardt stand schließlich ganz oben. Auch bei den „alten Herren“ waren nicht extrem viele Fahrer angetreten, wenn auch schon mehr als in den anderen Klassen, und der neue Meister heisst Timo Berner.9C6T6706
Einer da den das gewundert hat?

Das Kinderrennen wurde in zwei Teilen ausgetragen. Erst einmal durften sie laufen, später dann mussten sie nach einer Pause noch mal auf´s Rad. Keine wahre Freude angesichts der Wetterverhältnisse! In der U13 heisst der Sieger Lucas Barclay. Dumm nur dass er aus Bad Mergentheim kommt, was ja nun nicht in Hessen liegt. Meister kann sich also ein anderer nennen. Der heisst Noah Muthig und fährt für die RSG Frankfurt. Bei den Schülerinnen U13w steht nur eine Person in der Ergebnisliste: Maya Luisa Grund von der RV Sossenheim. Zwei Beteiligte gab es bei den U11, es gewann Kimi Tjark Dauber vor Christoph Siebert, und Marlen Rutsch komplettiert das Ergebnis als einzige Teilnehmerin bei den U11w.

In der offiziellen Liste kann man jetzt was vermissen. Die Nummerierung der Rennen springt von 5 nach 7. Die 6 fehlt…
Warum man das Ergebnis des Hobbyrennens nicht aufführt müssen andere beantworten. Es wurde jedenfalls eine Beute von Andreas Hunkel, dem Radhändler von Radsport360°, der der Hobbyklasse im neuen Jahr adé sagen will und dann mit einer Lizenz bewaffnet die Elite aufzumischen gedenkt.9C6T6787

Diese bildete das abschließende Rennen, das um 15 Uhr eine Stunde lang die Gegend unsicher machte. Neuer Meister wurde Sascha Starker aus Bensheim. Der Sieger hatte das am Anfang wohl selbst nicht recht geglaubt. Seiner Einlassung nach dem Rennen zufolge haben ihn nach rund 300 Metern erst mal zwei Knoten in der Kette etwas aufgehalten und aus dem Konzept gebracht! Er startete dann aber eine große Aufholjagd, die ihn mit sicherem Vorsprung ins Ziel brachte. Vizemeister wurde Sven Baumann, dem als Dritter auf dem Treppchen der Elite Gerrit Henrich folgte. Er musste aber noch Viktor Brück passieren lassen, der als Dritter der Gesamtwertung Meister der U23 wurde. Ihm folgten Lutz Staake und Marco Lautenschläger auf das Podest.

Siegerehrung der Elite Männner
Siegerehrung der Elite Männner
Siegerehrung der U23-Klasse
Siegerehrung der U23-Klasse

Die Ergebnisse sind auf Rad-net nachzulesen,
780 Bilder sind in der Bildersammlung.

Es gibt allerdings, auch das sollte man wissen, noch eine andere Ergebnisliste, nämlich das Original vom Veranstalter, das man auf Hessen-Radsport, also beim Landesverband, finden kann!
Aus ihr geht vor allem eines hervor, und das ist die zum Teil erschreckend niedrige Beteiligung seitens der Sportler quer durch die Bank! Die amtlichen Meldelisten, die man vor den Rennen zu sehen bekam, sind augenscheinlich Pro-Forma-Angaben, wenn man danach sieht, wer alles nicht da war. Die Liste derer, bei denen als Bemerkung „DNS“ – did not start – steht, ist vielfach bald länger als die Liste derer, die das Ziel gesehen haben! Dass immer einige aus vielerlei Gründen aufgeben müssen und dann als „dnf“ – did not finish – geführt werden, ist normal.
Viele Rennklassen waren nur mit 6 bis 7 Teilnehmern bzw. Teilnehmerinnen besetzt. Die noch geringeren Zahlen bei der Jugend habe ich oben bereits erwähnt, wo mitunter nicht mehr als 2-3 Fahrer/innen am Start waren.
Die Zukunft wird schwer werden, so kein Wunder geschieht! Wo sind die Zeiten geblieben, als man Rennen teilen musste wegen zu hoher Beteiligung?

Nur zur Information: Der Veranstalter hat offizielle Fotografen beschäftigt. Deren Bilder findet ihr auf Facebook. Bei Bedarf an Fotos wendet euch bitte an diese. Ich habe Augen im Kopf und sehe wie ihr euch dort verhaltet. Alles klar!