Dünsberg-Bikemarathon

Der Dünsberg ist ein Berg in der Umgebung von Biebertal, und Namensgeber des nun schon zum 9. Mal ausgetragenen Phi-Dünsberg-Mountainbike-Marathon, wie er in voller Länge heißt.

„Hätte, hätte, Fahrradkette“
Hätten sich im Voraus genügend Leute angemeldet hätte um 9 Uhr ein Rennen über 81 Km gestartet werden können. Ursprünglich waren ja drei Distanzen über eben 81, 54 und 27 Km ausgeschrieben, aber eine solche Klausel in der Ausschreibung liess schon erwarten, was passiert. Die bekannte Neigung zahlreicher Sportler und Sportlerinnen, sich nicht langfristig zu binden, hat die geforderten 65 bezahlten Voranmeldungen (erwartungsgemäß) nicht gebracht, weshalb um 9:20 Uhr eine entsprechend verstärkte Mitteldistanz über 54 Km gestartet wurde. Ihr folgte um 10 Uhr eine Kurzstrecke über 27 Km, bei der auch zahlreiche Nachwuchsfahrer an den Start gingen.

Das Artikelbild zeigt die Führungsgruppe beim Start der Langstrecke.

Es ist Herbst. Bekanntermassen ist die Straßensaison nahezu beendet. Allerdings scheint so mancher KT-Profi immer noch Bewegungsdrang zu spüren. So fanden auch in Biebertal mindestens zwei bekannte Profis unerwartet ein Mountainbike im Keller und den Weg zur Anmeldung in der Großsporthalle in Biebertal.

Ich rede von Sascha Starker (Team Heizomat, aktuell 25. der Radbundesliga) sowie von Christian Mager (Cult Energy Pro Cycling, KPT). Beide zeigten, dass ein Straßenprofi, der sonst wenig im Gelände bewandert ist, durchaus mit Aussicht auf Erfolg an einem Marathon teilnehmen kann. Umgekehrt beweisen bekannte Mountainbiker wie Karl Platt oder Simon Stiebjahn über das Jahr dasselbe in der anderen Richtung bei etlichen Straßenrennen. Sascha belegte in der Endabrechnung einen hervorragenden vierten Gesamtplatz und stand als Dritter der Herren auf dem Podium, und das auch nur weil er nach eigener Aussage dem Gesamtführenden nicht den Titel streitig machen wollte. Wäre er weiter vorn eingefahren, was durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wäre, hätten jenem in der Endabrechnung möglicherweise Punkte gefehlt. Er hielt sich als Gelegenheitsstarter darum zurück und war mit dem Erreichten durchaus zufrieden. Wäre Christian nicht von einer Zuschauerin, die unerwartet auf der Strecke herumlief, „abgeräumt“ worden, wer weiss wozu er fähig gewesen wäre. So endete der Ausflug ins Gelände für ihn mit Prellungen und einem undankbaren 9. Platz. Unschön! Zuschauer haben bei Annäherung von Teilnehmern auf der Rennstrecke nichts zu suchen, und man darf soviel Disziplin erwarten dass man die Augen aufsperrt bevor man die Strecke überquert.

Insgesamt sahen 210 Starterinnen und Starter das Ziel der 54 Km, sowie 230 das der Kurzstrecke, die Niclas Zimmer von der RSG Gießen und Wieseck für sich entschied. Auch in dieser Klasse waren die Straßenfahrer stark vertreten, und zwar in Gestalt mehrerer Teilnehmer, die im Sommer hauptsächlich für das Team GF Pro Fachklinik Dr. Herzog in der Bundesliga fuhren. Victor Brück wurde Gesamtzweiter und 1. der Herren, sein Teamkollege Tim Becker Gesamtvierter.

Ein eigentlich als schöner Service für die Zuschauer gedachter Shuttlebus erwies sich dieses Jahr leider als Flaschenhals. Das lag wohl daran dass der sonst als Wendehammer genutzte Parkplatz unterhalb des Dünsberg diesmal verstopft war. Leider ist für einen Fotografen die Zeitfrage gleichbedeutend mit Sieg oder Niederlage. So war schon der Abstand zwischen den beiden Rennen mit 40 Minuten reichlich bemessen – und so erwies es sich dann auch bei der Ankunft an der dortigen Verpflegungsstelle, dass die Rechnung nicht aufging. Die Spitze der Langstrecke war schon durch! Ich habe dort also auf das Feld der Kurzstrecke gewartet. Was blieb auch anderes übrig, wenn nicht alles für die Katz gewesen sein sollte.

Als eigentliches Pokerspiel erwies sich dann aber die Rückfahrt. Da die Busse nicht wie sonst dort wenden konnten kam es zu erheblichen Verzögerungen und entsprechend Andrang. Leider haben nicht alle den Rückweg ins Ziel rechtzeitig geschafft um dort die Ankunft der Langstreckler zu erleben. Auf den letzten paar Hundert Metern vor dem Ziel entwickelte sich ein Zielsprint zwischen den Führenden, den Simon Laib vom RSC Schönaich für sich entschied. Der Zweite, Christopher Platt, war darüber schon ziemlich enttäuscht. Dritter über die Langstrecke wurde der in der Rossbacher Bikechallenge Führende Marc Odrosek aus Limburg, der seinen Titel damit Heim fahren konnte.

Siegerin der Damen wurde Mandy Platzdasch vom MTBC Wehrheim auf dem 41. Gesamtrang, was ihr auch den Sieg in der Challenge einbrachte.

Die Ergebnislisten sind online,
meine Bilder findet ihr in der Bildersammlung.
Der Veranstalter hat vor Ort einen Fotoservice zugunsten der Tour der Hoffnung angekündigt.