VAUDE Trans-Schwarzwald 2015

Vom 12. bis 16. August 2015 fand im Südschwarzwald die zehnte Austragung des Mountainbike-Etappenrennens statt, das mittlerweile als „die Trans-Schwarzwald“ einen weit über die Grenzen Deutschland hinausreichenden Ruf genießt. In fünf Etappen führte die Tour über rund 400 Kilometer oder 10.000 Höhenmeter von Engen im Hegau bis hinauf auf den Feldberg, wo auf dem höchsten Punkt des Schwarzwaldes das Ziel aufgebaut war. 

460 Teilnehmer und Teilnehmerinnen nahmen am Mittwoch um 10 Uhr in Engen den Wettbewerb auf, der sie auf 117 Kilometern über Randen und einen Abstecher in die nahe Schweiz nach Murg an den Hochrhein führte, in die Heimat von Sabine Spitz. Sie sollte später alle Etappen gewinnen und so Gesamtsiegerin werden. Hanka Kupfernagel hatte sich auch auf das Bike gewagt, schied jedoch leider schon Mitte des Wettbewerbs auf der dritten Etappe aus.
Am Ende dieser ersten Etappe hiesst das Ergebnis bei den Herren Karl Platt vor Daniel Geismayr und Markus Kaufmann, also ein „Bulle“ vor zwei Mal Centurion-Vaude. Wir werden noch von diesen Drei hören… Ihre Fahrzeit lag dichtauf bei rund 4:16 Stunden. Ins Ziel kamen 422 „Finisher“.

Die zweite Etappe führte Tags darauf von Murg nach Grafenhausen. Das kleine Dorf nahe dem Schluchsee ist bekannt für das dort gebraute flüssige Brot. Es ist der Standort der Badischen Staatsbrauerei Rothaus. Zurückzulegen waren 78 Kilometer, was 2320 Höhenmetern entsprach. Der Weg führte über Hornberg und Sankt Blasien, und diesmal gewann Daniel Geismayr vor Markus Kaufmann und Simon Stiebjahn. Die Zeit des Siegers: 2:56 Stunden. Es kamen noch 419 Personen im Ziel an.

Etappe Nummer 3 führte von Grafenhausen nach Schonach, sozusagen von der flüssigen zur weißen Pracht. Schonach ist ein regionales Mekka des Skisports.
Start war wieder um 10 Uhr früh, und nach 3:08 Stunden hiess der Sieger Simon Stiebjahn. Ihm folgten Markus Kaufmann und Daniel Geismayr. Sie degradierten den Rest des Feldes, darunter bekannte Namen wie Jochen Käß, Karl Platt oder Sascha Weber, zu Statisten.
Spielen wir weiter „Zehn kleine Negerlein“? Das Ziel sahen 406 Sportler.

Es kam der Samstag, und mir die Idee, das angenehme mit dem nützlichen zu verbinden.

Donaueschingen als ZIelort dieser vierten Etappe war der einzige Bahnhof unter den Etappenorten dieser Schwarzwaldüberquerung, und als solcher verhältnismäßig einfach auch ohne Auto zu erreichen. Also besorgte ich mir kurz entschlossen eine Fahrkarte und fuhr los. Kurz nach 11 Uhr war der Zug dann dort. Bis zum Ziel waren es dann noch ein paar Hundert Meter zu laufen. Soweit alles kein Problem!
Klar, mit dem Auto hätte ich auch noch den Start in Schonach sowie ein paar schöne Stellen entlang der Strecke aufsuchen können, allerdings kenne ich mich in der Gegend kaum gut genug aus um die ganzen Fleckchen schnell genug zu finden, und angesicht einer etwas angespannten Kassenlage stellt sich mir derzeit doch die Frage, ob ich den Ausflug dann überhaupt unternommen hätte!

Start war wie üblich schon um 10 Uhr in Schonach, und der Weg führte diesmal über Furtwangen, Vöhrenbach und Linach. Zurückzulegen waren 75 Kilometer bzw. 1850 Höhenmeter.
In der Nacht von Freitag auf Samstag hatte es etwas geregnet, nachdem die ersten Tage des Rennens sehr heiß waren. Mir zumindest tat die Abkühlung auf etwa 18 Grad Celsius sehr gut!
Der Kurs war laut Aussage einiger Fahrer gut fahrbar, wenn nicht gar als trocken zu bezeichnen. Zumindest das erste Drittel des Feldes kam denn auch ziemlich sauber im Ziel an. Insgesamt erreichten dieses 402 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Die im Ziel wartenden (anfangs wenigen) Zuschauer wurden vom Sprecher stets gut informiert, es gab unterwegs einige Meßpunkte, an denen Zwischenzeiten genommen wurden, mit denen über den Stand unterrichtetet wurde.
Gewöhnlich zieht sich so ein Rennfeld im Verlauf doch ziemlich auseinander. Es blieben aber immer einige größere Gruppen zusammen, und so entschied ein Zielsprint von vier Fahrern über das Tagesergebnis.

Zielsprint
Zielsprint

Es gewann Simon Stiebjahn knapp vor Markus Kaufmann mit einer Zeit von 2:46:13 Stunden, dahinter Daniel Geismayr und Jochen Käß. Wir sahen vorne einen „Bullen“, dahinter vier Mal Fahrer des Teams Centurion-Vaude. Mit Matthias Pfrommer sind das zusammen fünf. Sechster wurde Matthias Bettinger vom Lexware-MTB-Team aus Kirchzarten, jenem Ort, an dem 1995 die legendäre WM stattgefunden hat und in dem es vor gar nicht allzu langer Zeit eine omynöse Abstimmung um eine Trainingsstrecke gegeben hatte, deren Ergebnis der Region durchaus noch erheblich Leibschmerzen bereiten kann. Was da entschieden wurde war für den MTB-Sport gelinde gesagt eine Katastrophe!

Matthias Bettinger
Matthias Bettinger

 

Weitere Bilder von diesem Ereignis findet ihr bei Bedarf demnächst in der Bildersammlung.

Was nun am Sonntag noch folgte war die Schlussetappe von Donaueschingen hinauf auf den Feldberg über 67.5 Kilometer gleich 1770 Höhenmeter, die noch 391 Fahrer absolvierten.

Was das Ergebnis angeht war die Messe noch lange nicht gelesen!
Scheinbar unzufrieden mit seinem sechsten Platz vom Vortag griff Matze Bettinger noch einmal an und holte sich in 2:40:07 Std. den Etappensieg, was ihm dennoch nur den 18. Platz in der Gesamtwertung einbrachte.
Den Gesamtsieg holte sich Markus Kaufmann und verteidigte damit seinen Titel vom Vorjahr. In der Tabelle folgten Daniel Geismayr, der bis dahin die Wertung anführte, sowie Simon Stiebjahn. Die Gesamtfahrzeit des Siegers betrug 15 Stunden, 49 Minuten und zwei Sekunden. Die Gesamtsiegerin hieß nach glatt 18 Stunden Gesamtfahrzeit wie schon erwähnt Sabine Spitz. Ihr folgten Ann-Katrin Hellstern vom BQ Cycling Team und Hielke Elferink aus den Niederlanden.

Die offiziellen Ergebnislisten gibt es bei abavent.de, mehr Info zur Veranstaltung auf deren Webseite.

Freuen wir uns auf eine elfte Ausgabe im nächsten Jahr!