Hessenmeisterschaft MTB

Heute fand in Bauschheim die Hessenmeisterschaft der Mountainbiker statt. Allgemein erwartet man darunter ja nicht gerade „Spiele im Sandkasten“, und so lagen die Erwartungen auch nicht sehr hoch heute im Rüsselsheimer Stadtteil Bauschheim. Höhenmeter glänzten bei dem Gelände vor Abwesenheit, aber der Untergrund war dennoch tückisch!

So sah man sich auch rasch getäuscht! Was die SKG, ein sonst nicht gerade für MTB-Rennen bekannter Verein, da aus dem Hut gezaubert hat war weitaus mehr als eine „Notlösung“, nach der es anfangs aussah.

Es beweist auch, dass man keine Berge braucht, um attraktive MTB-Rennen auszurichten. Dazu genügt offenbar eine größere Wiese, viel Sand, einige Feldwege und reichlich Ideen!

Neuer Hessenmeister der Elite wurde nicht, wie mancher erwartet hatte, Max Friedrich. Er war gestern in Wombach den Marathon mitgefahren und zahlte heute dafür den Preis. Sieger wurde Marc Odrosek. Hessenmeister der U23 wurde  Christopher Platt.

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Wie im Hessencup üblich begann der Tag morgens um 9 Uhr mit dem Slalom der Schüler. So wurde bei den Kids die Startreihenfolge am Nachmittag ermittelt. Aus schon bekannten Gründen habe ich jedoch entschieden, die Zeit anders und für mich sinnvoller zu nutzen, indem ich selbst rund 1 1/2 Stunden Rad gefahren bin!

Als ich dann gegen 14 Uhr dort an der Großsporthalle, wo Start und Ziel lagen, angekommen bin, war gerade Startaufstellung der U15/U17. Renndauer waren drei Runden. Das hört sich nicht viel an, aber so harmlos, wie es zunächst aussah, war der Kurs nicht. Obwohl topfeben, war der Sand auf den Wegen doch schwer zu fahren, und man hatte auch einige künstliche Hindernisse  und Schikanen eingebaut.

Laut Ausschreibung war das die Hessenmeisterschaft im MTB-Cross-Country. Anfangs sah es aber doch sehr nach einem Duathlon aus, oder bei welchem Radrennen gibt es eine Wechselzone, eine Radabgabe, oder eine Laufstrecke? Hier!AF1V3299

Gestartet wurden die Rennen erst mal „zu Fuss“, und auf die Räder ging´s erst nach einigen Hundert Metern Fußweg über eine Brücke hinüber auf das Bogensportgelände. Dort wurde einmal nicht geschossen, sondern nach dem richtigen Rad gesucht, denn die Ordnung der Räder in der Wechselzone war den Sportlern überlassen. Im Klartext: Kraut und Rüben!
Da fuhr auch bunt gemischt Lizenz- gegen Hobbyfahrer im selben Rennen, oder verschiedene Altersklassen im selben Umlauf.

Nach dem Verlassen dieser Wiese in Richtung Spargelacker kam dann auch gleich der Sand, auf dem es über verschiedene Feldwege wieder zum Start zurück ging. Eine staubige Angelegenheit!
Im weiteren Verlauf folgte dann ein zum Hindernis ausgebauter Wagen, an dem Strohballen und Laufbleche als Auf- und Abfahrten dienten. Nicht weit davon war dann ein Erdhaufen, der in einer ziemlich steilen Abfahrt mündete, auch wenn die mit rund drei Metern nicht allzu hoch war.AF1V3317

So weit, so gut.
Sportlich bot der Kurs weitaus mehr, als er auf den ersten Blick versprach. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass der ausrichtende Verein nicht unbedingt die Erfahrung in solchen Dingen hatte wie z.B. der TGV Schotten, der große Meisterschaften schon öfter ausgerichtet hatte. Mir kam es so vor, als ob den als Ordner eingesetzten Personen mitunter die Aufgabe über den Kopf wuchs, oder wie wäre sonst zu erklären dass mindestens eine mehr auf die Kommentare anderer Zuschauer hörte als auf den eigenen Sachverstand? Die Stelle war durch tiefen Sand in einer kleinen Abfahrt zwar anspruchsvoll, aber durchaus fahrbar. Dennoch wurde dort unterbunden, dass Fotografen Bilder machen konnten. Es war offenbar erneut eine Situation wie zuvor schon in Wombach, wo man Angst hatte, es könne sich ein Teilnehmer erschrecken. Also verbot man wieder gleich alles. Niemand stand dort auf der Strecke, und der Aufenthalt am Rand sollte kein Problem sein.
Ab diesem Punkt hatte ich auch keine rechte Lust mehr, Mühe in die Dokumentation der Veranstaltung zu stecken und beliess es bei einigen gut erreichbaren Standardsituationen und der abschliessenden Siegerehrung. Auch Petrus schien das missfallen zu haben, begann es doch mit der Siegerehrung plötzlich zu regnen…

So macht sich der MTB-Sport für potentielle Bildberichterstatter selbst unattraktiv. Ihr steht in Konkurrenz zu zahlreichen anderen Veranstaltungen, und die Fotografen gehen da hin, wo sie die besten Ergebnisse erwarten. Das ist nicht da, wo man ihnen Knüppel zwischen die Beine wirft!

Die Fotos sind in der Bildersammlung.

Die Ergebnisse sind am Dienstag Abend nicht bei Rad-net, auch nicht bei Mtb-Rhein-Main-Cup, oder bei MTB-Hessencup, noch beim Veranstalter, sondern gut versteckt auf MyRaceResult zu finden.