Biebergrund Bike 6.3

Die zweite Auflage des „Biebergrund-Bike6.3 – das Team zählt“ ist Geschichte. Die Sieger des Vorjahres haben ihre Titel nicht verteidigen können. 

Die Sieger des Vorjahres, das waren Moritz Hamm zusammen mit seinem Teampartner Sascha Wagner. Der eine, Moritz Hamm, will morgen in der Pfalz bei einem Strassenrennen Lorbeeren ernten und war daher heute Abend nur Streckenposten. Das Juniorenrennen beim 49. Großen Straßenpreis des Donnersbergkreises in Bolanden beginnt bereits morgens um 9 Uhr.
Der andere, Sascha Wagner, habe seiner eigenen Einlassung nach nicht genug trainiert um erneut gewinnen zu können und gab statt dessen den Rennleiter. Das heisst, er sass inmitten der Wechselzone auf einer Bierbank und regelte den Betrieb.

Seit dem vergangenen Jahr findet der altbekannte Bikemarathon des RFC Rossbach unter einem neuen Motto statt: Das Team zählt…
Nun, statt die ganze Strecke alleine bewältigen zu müssen können sich die Teilnehmer jetzt Verstärkung holen und ein zweier- oder ein Viererteam bilden. Auf eigene Absprache wechseln sich die Teammitglieder in der Wechselzone ab. Sie können aber auch immer noch alleine fahren.

Schauer am Horizont
Schauer am Horizont

Wettermäßig wurde der Renntag von Regenschauern dominiert, die aber zumindest am Nachmittag und Abend glücklicherweise fast alle am Zielgelände vorbei zogen.

Üblicherweise ist bei einem Marathon die Distanz vorgegeben und man schaut, wer als Erstes ins Ziel kommt. Hier war das mal anders.
Die Dauer der Rennen betrug 6 beziehungsweise 3 Stunden, und die Uhr lief rückwärts. Ziel war es, in dieser Zeit die meisten Runden zu fahren. Die Gemeinheit kam dabei am Schluss. Für eine Runde brauchten die Fahrer etwa 20 Minuten. Bei einem Start um 15 Uhr für die Langstrecke und um 18 Uhr für die Kurzstrecke ist der Zielschluss um 21 Uhr. Wer also um 20:45 Uhr auf seine letzte Runde geht und nicht bis um 21 Uhr wieder im Ziel war bekam diese Runde nicht gewertet… Es war also auch noch eine Komponente Poker darin enthalten!

Dem nachmittäglichen Marathon vorausgegangen war am Morgen der Kids-Cup mit Rennen für Schüler ab U9.
Diesen habe ich ausgelassen, nicht etwa weil er langweilig sei, sondern weil ich wie in mehreren anderen Artikeln geschrieben der Situation nicht mehr vertraue! Fotos von Kindern sind ja nach Meinung der Regierung und anderer offizieller Stellen nur mit Zustimmung der Eltern erlaubt. Es ist bei Rennen unmöglich diese einzuholen, schon alleine weil man diese Personen nicht kennt. Ich habe ehrlich gesagt keinerlei Bedarf in Rechtfertigungszwang zu kommen, weil darunter jemand ist, der das Gras wachsen hört. Es ist nur ein kurzer Weg von „da macht einer Fotos von Kindern“ hinüber zu „Vorsicht! Sittenstrolch!“ Auch wenn das mit dem Sport überhaupt nichts zu tun hat musste ich doch in der jüngeren Vergangenheit zu oft erleben dass viele hier nicht gewillt sind, ihren Verstand zu gebrauchen.
Also kann es zu meinem Bedauern keine Berichterstattung von diesen Wettbewerben mehr geben!

AF1V2415Eine Viertelstunde vor den Marathonrennen ab 15 Uhr fand jeweils eine Besprechung statt, in der den Teilnehmern und Teilnehmerinnen kurzfristige Änderungen bekannt gegeben wurden. So wurde auch auf die ungewöhnliche Regelung mit dem Zielschluss hingewiesen, dass eine bis Ende nicht geschlossene Runde nicht mehr gezählt werden würde. Anscheinend war es der fortgeschrittenen Uhrzeit geschuldet, man wollte am späten Abend wohl fertig werden.

Im Rennen über 6 Stunden gab es 20 Einzelstarter, 23 Zweierteams sowie 16 Vierermannschaften bei den Männern, aber keine bei den Damen. Damen waren insgesamt drei in der Ergebnisliste.

Gefahren wurde auf einer Runde von 8 Km Länge und 200 Höhenmetern, die nach einer 3 Km langen Einführungsrunde und einer langen Schleife das Rosengärtchen hinab, durch eine Wasserdurchfahrt und zum Schluss über eine Brücke zum Ziel zurück führte. Die hinter dem Bach liegende starke Steigung hinauf zum Friedhof erwischte mehr als einen mit einer zu groß gewählten Übersetzung.

Fast alle bekannten Namen der sonst üblichen Verdächtigen fehlten am Start, vor allem wohl weil zeitgleich in Saalhausen Deutsche Meisterschaften stattfanden.

AF1V2501Die jetzt für Nutrixxion fahrende Mandy Platzdasch (siehe Bild) gewann die Damenwertung als Gesamt-11.
Bei den Männern muss man schon etwas differenzieren. AF1V2474Die Einzelwertung ging an den Lokalmatadoren Michael Giegerich vom RFC Rossbach. Heiko Portner und Robert Kühn (Team Müller) holten sich mit 14 Runden die Wertung für Zweierteams. Das 4er-Team Cycle Point Schlappe Waden 1 fuhr sogar eine Runde mehr und brauchte für seinen 1. Platz eine Gesamtzeit von 5:53:08,4 Stunden. Die eigentliche Renndauer war 6 Stunden, siehe zuvor genannte kuriose Wertungmodalitäten.

AF1V2551Zur Halbzeit dieses Rennens startete dann Wettbewerb Nummer 2. Diese SportlerInnen erkennt man auf den Bildern an ihren roten Nummern. Streckenskizzen findet man auf der Webseite des Veranstalters.
Daran nahmen 22 Einzelstarter, 20 Zweierteams bei den Männern und zwei bei den Frauen, sowie 9 Vierermannschaften bei den Männern teil. In das Rennen eingebunden war eine lokale Vereinsmeisterschaft.
Gefahren wurde hier eine andere Runde als im Langstreckenrennen, die „nur“ 5 Km lang war und 70 Höhenmeter aufwies. Man merkte doch dass auf der Kurzstrecke auch Jugendliche am Start waren und man darauf Rücksicht genommen hatte.

9C6T4550Die weite Anreise des für den TV Miesbach fahrenden Tim Weismantel hat sich gelohnt, ebenso wie für Daniel Krämer/Janosch Bühler (Feistel Racing/Giant) und das Team Bike-Work Desch aus Bad Orb, die in ihren Wertungen jeweils erste Plätze holten.

Meine Fotos sind in der Bildersammlung erschienen. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Veranstalter eine Fotofirma verpflichtet hat. Meine Motive könnt ihr euch zwar gerne anschauen, „auf dem Markt“ befinden sie sich aber nicht. Eure Teilnehmerfotos bezieht ihr bitte bei den offiziellen Fotografen.

Die Ergebnislisten sind erhältlich bei my-race-result.

Zu der Bildergalerie noch ein abschließendes Wort:
Aus der offiziellen Ausschreibung war nicht zu entnehmen, dass der Veranstalter eine Fotofirma engagiert hatte. Das habe ich erst vor Ort erfahren. Vermutlich hätte ich andernfalls umdisponiert und das Rennen in Bolanden besucht.
Nach der Erfahrung mit anderen derartigen Veranstaltungen ist es nicht gerne gesehen wenn jemand den Offiziellen vermeintlich Konkurrenz macht. Man muss mir hierzu nichts mehr erzählen; was sich anderswo mehrfach ereignet hat kann sich jederzeit überall wiederholen. Für mich war daher klar, dass ich nur die Bilder machen würde, die ich aller Voraussicht nach brauche, um diesen Artikel zu bebildern. Es sind zum Schluss dann doch wieder etliche mehr geworden.
Da nach Sonnenuntergang gute Lichtbedingungen zunehmend unwahrscheinlich wurden, in der Dämmerung auch noch mit Blendung der Teilnehmer durch Blitzlicht zu rechnen war und ausserdem die Bühne für die Siegerehrungen im Festzeit unter sehr beengten Platzverhältnissen stand habe ich auf weitere Aufnahmen verzichtet. Gute Bilder sind bis dahin entweder im Kasten oder dürften so nicht entstehen.
Ausserdem darf man das ruhig so sagen:  Es spricht nichts mehr dafür dass diese Fotos wirklich gebraucht würden!
Wozu also die Mühe?